Film

Schlöndorffs spätes Happy End mit Babelsberg

Der Regisseur erhält eine Ehren-Maria des Filmstudios

Pünktlich um zwölf ergießt sich ein Platzregen über Babelsberg. Gerade noch schien die Sonne, doch just als Volker Schlöndorff das Haus der Geschichte des Filmstudios Babelsberg ansteuert, schlägt das Wetter um. Es ist ja nicht ohne Pikanterie: Volker Schlöndorff wurde am Dienstag vom Studio mit einer Ehren-Maria ausgezeichnet. Eine Statue mit der Maschinen-Maria aus dem Filmklassiker „Metropolis“, die auch das Firmenlogo des Studios ist.

Die Trophäe haben schon andere Filmgrößen wie Roman Polanski oder Berlinale-Chef Dieter Kosslick bekommen, aber bislang im privaten Kreis, bei einem Essen etwa mit den Studiochefs Carl Woebcken und Christoph Fisser. Bei Schlöndorff wird die Maria erstmals öffentlich, auf einem kleinen Empfang verliehen. Die heutigen Chefs verlieren viele warme Worte an den ehemaligen Chef. Und der umgekehrt auch.

Dabei waren sie in der Vergangenheit nicht immer gut aufeinander zu sprechen. Klar ist: Volker Schlöndorff hat seine Regiekarriere 1992 Jahre lang unterbrochen, um als Leiter von Babelsberg die Filmstudios vor der Abwicklung zu bewahren. Das ist ihm gelungen. Und das ist vielleicht seine größte Leistung nach der „Blechtrommel“. Dass er danach lange als „Abwickler“ hingestellt wurde, verstimmt ihn noch heute. Wie auch eine Broschüre der Studios, die „seine“ Zeit schlicht überging. Die heutigen Chefs aber sahen sein damaliges Wirken auch nicht unkritisch.

Deshalb ist alles irgendwie hochsymbolisch bei dieser Ehrung. Dass der Preis eher nüchtern im Foyer des Hauses verliehen wird, etwa. Und dass die Maria ja etwas Janusköpfiges hat, gibt es doch in Fritz Langs Film die „gute“ Maria und das böse Maschinen-Abbild. Aber vor allem der Platzregen kommt wie eine Regieanweisung. Und gibt den wenigen anwesenden Medienvertretern das Gefühl, bei einer Filminszenierung dabei zu sein.

„Wunderbar, eine Maria zu empfangen an einem Ort, wo ich sozusagen mein Zuhause gefunden habe“, schreibt Schlöndorff den Studiochefs ins Stammbuch. Eine kleine Genugtuung? Ja, schon, gibt er zu. Es habe nach seinem Abgang viele Spannungen gegeben. Das sei nun vorbei. „Der Preis beweist: Es war nicht umsonst.“ So sieht wohl ein spätes Happy End aus.