Philharmoniker

Kritik an Stardirigent Waleri Gergijew wegen Putin-Unterstützung

Die Kritik an dem designierten Chefdirigenten der Münchner Philharmoniker, Waleri Gergijew, wächst.

Nachdem der russische Musikstar einen Künstler-Appell zur Krim-Annexion unterschrieben und sich damit offiziell zur Politik Wladimir Putins bekannt hat, fordern die Grünen im Münchner Stadtrat ein klärendes Gespräch zwischen Gergijew und dem Münchner Kulturreferenten Hans-Georg Küppers (SPD). Wenn sich Gergijew nicht von dem Appell distanziere, sei er als künftiger Chef der Philharmoniker ab 2015 nicht mehr tragbar.

Das Kulturreferat wollte sich nicht zur politischen Einstellung Gergijews äußern, der als enger Freund Putins gilt. Meinungsfreiheit sei ein hohes Gut. Schon im Dezember hatte sich Gergijew gegen Kritiker wehren müssen, die ihm vorwarfen, Putins Anti-Schwulen-Politik zu unterstützen. Um die Wogen zu glätten, hatte die Stadt damals zu einer Pressekonferenz mit dem Chef des Mariinski-Theaters in St. Petersburg geladen. Dabei gab Gergijew sich betont unpolitisch. „Ich bin ein vielbeschäftigter Künstler“, sagte er damals. „Ich gehöre nicht zur Duma, ich gehöre nicht zur Regierung.“ In der vergangenen Woche dann erklärte er – gemeinsam mit mehr als 150 russischen Künstlern – seine Unterstützung für die Krim-Politik Putins.