Analyse

Beuys’ rätselhafte Braunkreuzfarbe war Rostschutzmittel

Das Rätsel um die sogenannte Braunkreuzfarbe im Werk von Joseph Beuys (1921-1986) ist gelöst.

Bei dem charakteristischen dunkelrot-braunen Farbton handele es sich höchstwahrscheinlich um ein damals handelsübliches Rostschutzmittel, teilte das Museum Schloss Moyland mit. Das wurde durch physikalisch-chemische Untersuchungen herausgefunden. Beuys hatte den Begriff Braunkreuzfarbe speziell für ein Konvolut von Werken verwendet, die er vorwiegend von Mitte der 50er-Jahre bis 60er-Jahre geschaffen hatte. Die Arbeiten zeichnen sich durch den rot-braunen Farbton und die häufige Verwendung von Kreuzformen aus. Auch in dem Werk „Das Schweigen von Marcel Duchamp wird überbewertet“ habe Beuys diese Farbe eingesetzt, hieß es.

Mit Hilfe einer Röntgenfluoreszenzanalyse wurden mehr als 80 Werke von Beuys im Museum Schloss Moyland unter die Lupe genommen. Im Großteil der Arbeiten habe die Analyse Eisen, Zink und Chrom als Hauptbestandteile der von Beuys verwendeten Farben nachgewiesen. Ergänzende chemische Pigmentuntersuchungen hätten die Schlussfolgerung gestützt, dass es sich bei der Braunkreuzfarbe um eine Korrosionsschutzfarbe handele. Diese Erkenntnis ist wichtig, etwa um Fälschungen von Beuys-Arbeiten aufzudecken.