Geschichten

Frank Goosen erzählt Dönekes von der Midlife-Crisis

Die Menschen hatten nichts zu lachen – Zukunftssorgen, Arbeitslosigkeit und Krise machten dicke Luft – und lachten doch beim Opelaner Solidaritätsfest 2013.

Verantwortlich für das ausgelassene Gelächter? Frank Goosen. Er ist stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender beim VfL Bochum, Bestsellerautor, witzelnde Rampensau und nah dran am „kleinen Mann ausm Pott“.

Goosen erzählt „Dönekes“, Geschichten aus dem Leben, die den Schenkelklopferhumor bedienen, aber eben auch tragikomisch sein können, wie in seinem neuesten Buch „Raketenmänner“. Die Verortung und Neuverortung des Mannes hat im Ruhrgebiet mit all seinen ehemaligen Grubenkerls und Malochern Tradition.

Herbert Grönemeyer fragte schon in seinem Kulthit „Männer“: „Wann ist ein Mann ein Mann?“ Dieser Frage spürt auch Frank Goosen nach: Kamerke – das Hemd spannt, die Haare sprießen an den falschen Stellen – wird von seiner Frau betrogen. Der neurotische Wenzel sucht sein Glück und kauft einen muffigen Plattenladen, Overbeck will Gewissheit in Sachen Liebe, Turbo Krupke hätte es beinahe zu den Bayern geschafft und ist doch nur der kauzige Platzwart, der auf dem Rasenmäher Runden dreht. Und im Mittelpunkt steht eine kleine Geschichte der Popmusik rund um Elton Johns „Rocket Man“. Diese von der Midlife-Crisis gebeutelten Kerle, strauchelnden Manager und Gescheiterten haben eins gemeinsam: das Herz am rechten Fleck. Das Kumpelrezept aus dem Kohlenpott – auf dem Seil über dem Abgrund des Klischees – funktioniert eben immer, weil universal.

Frank Goosen: Raketenmänner. Kiepenheuer & Witsch, 240 Seiten, 18,99 Euro