Fernsehen

„Tatort“ aus Österreich erinnert an den Missbrauchsfall Fritzl

Der österreichische „Tatort“-Fall „Abgründe“ mit Moritz Eisner (Harald Krasnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) zerfällt in zwei Hälften.

Die erste beginnt damit, dass beim Abriss eines Hauses im Keller die Leiche einer vom Dienst freigestellten Polizistin gefunden wird. In dem Keller war früher ein Kind festgehalten und missbraucht worden. Die Polizistin ist über dem Fall verzweifelt. Die Vorgesetzten von Fellner und Eisner behindern die Ermittlungen: Das mit dem Kindesmissbrauch sei ein Einzelfall gewesen, abgeschlossen. Das mit der Polizistin ein Unfall.

Die erste Hälfte spielt mit sehr viel Witz und der Ahnung von Abgründen. Der Film kippt, als Eisners Tochter einen Autounfall hat und ihr die Querschnittslähmung droht. Es wird dann ein sehr, sehr bedrückender Film. Wenn wir die rosafarbenen Zimmer sehen, in denen die Kinder missbraucht werden, mit den Betten, an deren Gestell die Fesseln für die Kinder hängen. Oder wenn man sieht, wie in einem Haus Kindergeburtstag gefeiert wird, in dem die tote Polizistin ermittelt hatte. Kind und Keller erinnern nicht nur österreichische Zuschauer an den Fall Josef Fritzl. Es ist ein eindrücklicher „Tatort“ geworden.

ARD So., 20,15 Uhr