Extremismus

Verbotene Nazi-Filme werden immer wieder auf YouTube gestellt

Sie heißen „Jud Süß“, „Hitlerjunge Quex“ oder „Ich klage an“: Zahlreiche in Deutschland auf dem Index stehende Propagandafilme der Nationalsozialisten sind im Internet problemlos zu sehen.

Diese sogenannten Vorbehaltsfilme haben meist rassistische, antisemitische, volksverhetzende oder kriegsverherrlichende Inhalte. Sie dürfen hierzulande nur öffentlich gezeigt werden, wenn es zuvor einen wissenschaftlichen Einführungsvortrag gibt und nach dem Film eine Diskussion. Die Rechte an den Filmen hält die Wiesbadener Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung.

Beim Video-Portal YouTube ist das Problem bekannt. „Wir sind deswegen seit längerem mit der Murnau-Stiftung in Kontakt“, sagt YouTube-Sprecherin Mounira Latrache. Das Problem sei: Man könne solche Filme nicht im Voraus herausfiltern. Grundsätzlich sei YouTube die Meinungsfreiheit wichtig. Die Stiftung muss deshalb regelmäßig auf die Fälle hinweisen. Der „Hitlerjunge Quex“ ist immer wieder bei YouTube zu sehen. Diesmal wurde er von einem Nutzer mit dem Pseudonym „PropagandaleiterBG“ veröffentlicht und mehr als 2000 Mal angeklickt. Auch der antisemitische Film „Jud Süß“ von Veit Harlan ist in voller Länge zu sehen – er bekam bisher schon fast 35.000 Klicks.