Protest

Künstler zerstört wertvolle Vase von Ai Weiwei

Eine Protestaktion gegen die gängige US-Museumspolitik

Der chinesische Dissident und Künstler Ai Weiwei ist selbst Ziel eines Protestakts geworden. Ein wütender Künstler aus Miami zerschmetterte laut Berichten amerikanischer Medien eine umgerechnet 727.000 Euro teure Vase Ai Weiweis im Perez Art Museum (PAMM) in Miami. Sie stand direkt neben einer Performance-Fotoserie des Künstlers von 1995, auf der Ai eine kostbare Vase am Boden zerschellen lässt.

Maximo Caminero, der 51-jährige Täter, erklärte dem Nachrichtensender CNN, er habe mit der Aktion gegen den Beschluss des Museums protestieren wollen, ausschließlich internationale Kunstwerke und Künstler zu zeigen. „Jedes Jahr werden Millionen Dollar dafür in den Museen ausgegeben. Was aber passiert mit den anderen lokalen Talenten?“, sagte er in der New York Times Miami. „Das ist immer die gleiche Situation. Ich arbeite hier schon 30 Jahre, und es läuft immer so.“ Er selbst bezeichnet sich als ein Fan von Ai Weiweis gesellschaftskritischer Kunst. Nach der Tat hat sich Caminero ohne Gegenwehr abführen lassen. Inzwischen ist er wieder auf freiem Fuß.

Ai zeigte wenig Verständnis für den Vorfall vom Wochenende: Der Protest an sich sei vielleicht gerechtfertigt, nicht aber deshalb fremde Arbeiten zu zerstören, sagte er in einem Telefoninterview. „Ich darf auch keine Ausstellung in Peking machen – das heißt aber nicht, dass ich jetzt in Pekinger Museen gehen und dort Werke zerstören kann.“ Den Verlust an sich nahm der chinesische Regimekritiker nicht allzu ernst: „Meine Arbeiten gehen oft kaputt in den verschiedenen Ausstellungen, weil sie so zerbrechlich sind. Wenn das Museum versichert ist, wird der Schaden vielleicht ersetzt.“

Ai Weiwei arbeitet derzeit auf Hochtouren an seiner großen Ausstellung für den Martin-Gropius-Bau. Auf 3000 Quadratmetern inklusive dem imposanten Lichthof werden neue und bisher nicht in Deutschland gezeigte Werke präsentiert. Die Ausstellung wird am 3. April eröffnet.