Kölner Stadtarchiv

Neue Initiative fordert Sichtung und Öffnung der Museumsdepots

Als vor fast fünf Jahren, im März 2009, das Kölner Stadtarchiv ins sich zusammenfiel, begrub der Schutt auch 30 Regalkilometer an historischen Handschriften und Akten aus über 1000 Jahren Stadtgeschichte unter sich.

Heute sind fast 95 Prozent der Bestände geborgen, „aber noch nicht gerettet“, bilanzierte die Chefrestauratorin des Historischen Archivs der Stadt Köln, Nadine Thiel, in Berlin.

Die Rettungsaktion für das Archivgut dauert an und gestalte sich wie ein „Mehrere-Millionen-Teile-Puzzle“. So bitter es klingt: Erst mit dem Einsturz erfolgte eine detaillierte Bestandsaufnahme der Depots. Anders sieht es in vielen Museen und Archiven in Deutschland aus. Experten gehen davon aus, dass zwischen 40 und 90 Prozent der Exponate in Depots eingelagert sind – oft unter schlechten Bedingungen, entweder zu feucht oder zu trocken. „Kunst auf Lager“, eine Initiative von zwölf privaten und öffentlichen Stiftungen, hat sich jetzt zum Ziel gemacht, finanzielle Unterstützung zu geben zur Erschließung von Museumsdepots. Giesen, Geschäftsführer der Hermann Reemtsma Stiftung, sieht darin eine große Chance. „In den Depots lagern Schätze – unser kulturelles Erbe.“