Umstritten

Nach Frei.Wild-Eklat: Musikpreis Echo gründet Beirat

Um zukünftig Kontroversen zu vermeiden, wird nun ein Echo-Beirat gegründet, der in Zweifelsfällen sowohl hinsichtlich der Nominierung als auch Auszeichnung von Künstlern für den Musikpreis eingeschaltet werden könne.

Damit reagieren der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) und Deutsche Phono-Akademie auf den Eklat, der im vergangenen Jahr die Verleihung überschattete. Nachdem damals bekannt wurde, dass die Band Frei.Wild für einen Echo nominiert worden war, zogen die Musiker von Kraftklub und die Berliner Band Mia. ihre Nominierungen zurück. Nach einer öffentlichen Diskussion strichen die Echo-Organisatoren Frei.Wild von der Nominierungs-Liste.

Ob die Band aus Südtirol nationalistisch ist, ist umstritten. Sie selbst bestreitet es, den rechten Rand zu bedienen und betrachtet sich als konservativ. Andererseits spielt sie in Texten immer wieder gezielt mit vermeintlichen Tabubrüchen.

Das nun installierte siebenköpfige Gremium soll helfen, Vorgänge wie im Fall Frei.Wild aus dem Vorjahr zu vermeiden. Man habe nun eine „außenstehende Instanz, die uns in Zweifelsfragen berät und mit dazu beitragen wird, dass kritische Diskussionen auf einer sachlichen Ebene geführt werden können“, wie der Vorstandsvorsitzender des Bundesverband Musikindustrie, Dieter Gorny, schreibt. Aufgabe des Beirats sei, „unter Abwägung der künstlerischen Freiheit, die Vereinbarkeit eines Werks mit grundlegenden gesellschaftlichen Normen zu beurteilen und über eine mögliche Nominierung oder Zuerkennung von Preisen zu entscheiden“.

Derzeit soll der Beirat das Freil.Wild-Album „Still“ überprüfen. Innerhalb einer Woche werde eine Entscheidung getroffen, die für den BVMI bindend ist.