Panorama

Der Mann hinter dem Erfolg des Modezaren

Yves Saint Laurent Vor sieben Jahren lief bereits ein Dokumentarfilm über den französischen Stardesigner Yves Saint Laurent im Panorama, den dessen Geschäftspartner und Lebensgefährte Pierre Bergé später aus dem Verkehr ziehen ließ. Nach dem Tod des Modemachers 2008 versuchten sich gleich zwei opulente Spielfilmbiografien gegenseitig zu übertrumpfen. Einer von ihnen, der von Bergé offiziell unterstützte Film von Jalil Lespert, eröffnet heute das Panorama Special, stilgerecht im wiedereröffneten Zoo-Palast. Und die Nähe zu seinem Gegenstand sieht man ihm auch an, im Guten wie im Schlechten. Vor allem die Verwendung von Originalkostümen und der Zugang zu realen Drehorten wie das Haus des Paares in Marokko erweisen sich als visueller Glücksgriff. Im Gegensatz dazu ist die Lebensgeschichte allerdings arg brav und gediegen geraten, erzählt von seiner Jugend in Algerien über seine glorreichen Anfänge als Nachfolger von Christian Dior 1957 mit gerade mal 21 Jahren und dem Aufstieg zum einflussreichsten Couturier des 20. Jahrhunderts bis zu seinem Hirntumortod.

So detailliert recherchiert und authentisch ausgestattet der Film ist, so richtig klar wird nie, was die Genialität der Modeikone ausmachte. Im Kern ist es die Geschichte einer großen Liebe, die Saint Laurents Alkohol- und Drogenexzesse, Zusammenbrüche und Liebschaften mit anderen Männern ein halbes Jahrhundert überdauerte. Bergé erscheint dabei als Fels in der Brandung, der nicht nur die Geschäfte führt, sondern auch seinen labilen Partner immer wieder aufrichtet. Was den Film trotz einiger dramaturgischer Schwächen sehenswert macht, ist dessen Hauptdarsteller Pierre Niney, ein bislang nur von seiner Arbeit an der Comédie Française bekannte Schauspieler, der YSL nicht nur erstaunlich ähnlich sieht, sondern ihn in seiner komplexen Zerbrechlichkeit geradezu verkörpert. In einer Nebenrolle ist Nikolai Kinski zu sehen, der eine andere, noch lebende Modelegende spielt: Karl Lagerfeld.

Termine Heute 18 Uhr, Zoo Palast 1; Morgen, 10 Uhr, Cinemaxx 7; 16.2., 21:30 Uhr, Zoo Palast 1.