Schenkung

Sammler schenkt Berliner Museum fast 400 Werke

Mäzenatentum tut gut: Egidio Marzona, einer der wichtigen Sammler zeitgenössicher Kunst, hat der Nationalgalerie 372 Werke aus seiner Kollektion geschenkt.

Die Arbeiten sind bereits seit 2002 als Leihgabe in Berlin. Damals hatte der deutsch-italienische Mäzen schon einen Teil seiner Sammlung verschenkt, einen weiteren sehr günstig verkauft. Vertreten sind namhafte Künstler wie Daniel Buren, Jan Dibbets, Hamish Fulton, Richard Long, Gary Kuehn und Mel Bochner. Die fortlaufende Sammlungspräsentation „A–Z. Die Sammlung Marzona“ ist gerade im Hamburger Bahnhof zu sehen.

Der 1944 geborene Marzona sagte nach der Vertragsunterzeichnung, er sei jetzt in einem Alter, in dem Entscheidungen gefällt werden müssten. „Ich bin froh, dass ich meine Verantwortung der Kunst gegenüber heute durch die Schenkung abschließen kann.“

Der aus Bielefeld stammende Sohn eines Baufabrikanten hat seit 1968 eine herausragende Sammlung wichtiger Kunstströmungen wie der Konzeptkunst, der Minimal Art und der Arte Povera zusammengetragen. Ein zugehöriges Archiv von rund 40.000 Briefen, Fotografien, Entwürfen, Zeitschriften und Katalogen hatte er den Staatlichen Museen ebenfalls schon 2002 geschenkt. Das Material sei von unschätzbarem Wert für Forschung und Wissenschaft, sagte Stiftungspräsident Hermann Parzinger zu Marzona. Generaldirektor Michael Eissenhauer nannte es die „Stärke“ und den „Charme“ der Sammlung, dass sie einen ganzheitlichen Blick auf die Entwicklung der Gegenwartskunst erlaube.