Highlights der Berlinale

Für Nostalgiker

Monuments Men (Wettbewerb – Außer Konkurrenz) Mit Waffen können sie nicht umgehen, Kunst ist ihr Geschäft. Doch diese Monuments Men werden in den USA und England rekrutiert, um die Nazis auch kulturell zu besiegen - und in den letzten Kriegstagen noch die großen Meisterwerke der Kunst zu retten, die die Deutschen aus den Museen der besetzten Länder geplündert haben. George Clooney hat so ziemlich alles in diesem Film gemacht, Produktion, Regie, Drehbuch – und er spielt auch noch mit seinen Buddys Matt Damon und Bill Murray mit. Clooney wird das hohe C der Berlinale.

American Hustle (Berlinale Special) Gleich für zehn Oscars ist diese feine Komödie nominiert. Das schaffte sonst nur „Gravity“. Und so umweht die Berlinale-Gäste Christian Bale, Bradley Cooper und Jennifer Lawrence noch eine ganz besondere Aura, wenn sie diesen Film am zweiten Berlinale-Tag vorstellen. Bale, herrlich hässlich mit der schlimmsten Perücke der Filmgeschichte, und die atemberaubende Amy Adams spielen zwei kleine Trickbetrüger, die in den siebziger Jahren von der CIA erpresst werden, um korrupte Politiker auffliegen zu lassen. Ein absurdes Marionettenspiel, bei dem man bis zuletzt nicht weiß, wer eigentlich die Fäden in der Hand hat. Das alles basiert auch noch auf einer wahren Geschichte.

Baal (Berlinale Special) Dass Rainer Werner Fassbinder noch einmal auf der Berlinale zu sehen sein würde, hätte sich auch keiner träumen lassen. Immerhin ist er vor 22 Jahren gestorben. Hier erleben wir ihn noch einmal am Anfang seiner Karriere, inszeniert von einem anderen Großen des Neuen Deutschen Films: Volker Schlöndorff. Ihre radikale Adaption von Brechts „Baal“ hat 1968 die Erben des Dichters verstimmt. Helene Weigel persönlich sorgte dafür, dass der Film nicht mehr gezeigt werden durfte. Bis jetzt. Ein zwangsweise vergessenes Werk kann so endlich wiederentdeckt werden.

Yves Saint Laurent (Panorama) Kostümfilme nennt man Filme, die in einer anderen Epoche spielen und bei denen vor allem Szenen- und Kostümbildner gefragt sind. Es ist nur folgerichtig, wenn legendären Couturiers und Modeschöpfern auch mal eigene Filme gewidmet werden. Coco Chanel hat es 2008 gleich zu zwei Filmen gebracht. Nun gibt es auch einen über das Leben von YSL, grandios verkörpert von Pierre Niney, den man bislang nur von der Comédie française kennt. Der prächtige Bilderborgen lässt eigentlich nur eine Frage offen: Wo bleibt Catherine Deneuve?