Raubkunst

Ermittlungsinterna: Gurlitts Anwälte stellen Strafanzeige

Die Anwälte des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt haben nach eigenen Angaben bei der Münchner Generalstaatsanwaltschaft Anzeige gegen Unbekannt gestellt.

Der Vorwurf lautet „Verletzung des Dienstgeheimnisses“, wie Gurlitts Sprecher Stephan Holzinger mitteilte. Bei der Generalstaatsanwaltschaft war zunächst niemand zu erreichen. „Die Preisgabe von Ermittlungsinterna an die Presse und die damit verbundene schwere Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte sind für Herrn Gurlitt in keiner Weise tolerabel“, sagte Gurlitts Anwalt Tido Park. „Dies ist eine eklatante Verletzung des Dienstgeheimnisses.“

Sein Kollege Derek Setz ergänzte: „Unser Mandant kann kein Vertrauen in die gebotene Sachlichkeit und Integrität der Ermittlungsbehörden entwickeln, wenn diese in strafrechtlich relevanter Weise vertrauliche Ermittlungsinformationen an die Medien weitergeben.“ Hintergrund ist nach Angaben Holzingers unter anderem ein Bericht des Magazins „Focus“, der Inhalte der Ermittlungsakte sowie Fotos von Gurlitts Privatwohnung umfasst haben soll. „Die Weitergabe der Ermittlungsinterna erfolgte zu einem Zeitpunkt, zu dem die von ihm beauftragen Verteidiger noch keine Akteneinsicht hatten“, hieß es in der Mitteilung des Gurlitt-Sprechers.