Fernsehen

Der Kommissar wütet jetzt nur noch innerlich

Neuer Dortmunder „Tatort“ beantwortet auch alte Fragen

Hauptkommissar Peter Faber ist der Wüterich unter den „Tatort“-Ermittlern. Was hat der Mann in den ersten drei Fällen aus Dortmund nicht schon für Anfälle gehabt! Mit einem Baseballschläger den eigenen Schreibtisch zerlegt, um nur mal ein Beispiel zu nennen. Wo das noch hinführen sollte, konnte vermutlich auch Drehbuchautor Jürgen Werner nicht schlüssig klären. Denn, siehe da: Im aktuellen vierten Fall „Auf ewig Dein“ gewinnt der großartige Jörg Hartmann seiner Figur ganz neue Seiten ab, er wütet nur noch innerlich, äußerlich bleibt alles heil.

Grund zum Wüten gebe es gleichwohl genug: Im Wald wird die Leiche eines Mädchens gefunden, zwölf Jahre ist sie alt, nackt, nachlässig im Boden verscharrt. Dann ist ein weiteres Mädchen verschwunden, ein drittes kommt hinzu. Schnell steht der Stiefvater der Toten unter Verdacht, auf seinem Laptop werden kinderpornografische Fotos gefunden. Auch der Vater eines der verschwundenen Mädchen – er arbeitet in einer Gebäudereinigungsfirma – gerät in den Fokus der Ermittlungen.

Bis zu diesem Zeitpunkt ist „Auf ewig Dein“ (Regie: Dror Zahavi) ein ganz normaler „Tatort“. Wäre da nicht Faber. Er erkennt in einem der Mitarbeiter der Reinigungsfirma den Sohn jenes Mörders und Vergewaltigers, mit dem er es in seinem ersten Fall, damals noch in Lübeck, zu tun hatte. Faber ist sich sicher: Der junge Markus Graf (Florian Bartholomäi) ist der Täter. Beweise haben Faber und sein Team keine, aber es scheint so, als wisse Graf einiges über jenen mysteriösen Unfall, bei dem vor Jahren Fabers Frau und Tochter gestorben sind. Und das Mädchen im Wald starb am 15. Juli, dem Jahrestag des Unfalls.

Die Dialoge zwischen Faber und dem Verdächtigen sind reiner Psychoterror. Auch Fabers Kollegen haben Probleme: Martina Bönisch (Anna Schudt) wird von einem Callboy erpresst, Nora Dalay (Aylin Tezel) ist von ihrem Kollegen Daniel Kossik (Stefan Konarske) schwanger. Er möchte das Kind, sie fürchtet, Beruf und Karriere nicht unter einen Hut zu kriegen. Am Ende von „Auf ewig Dein“ ist mehr als nur ein Fall gelöst, auch Fragen, die in den vorherigen Geschichten offenblieben, sind geklärt. So ist das erste Dortmund-Quartett in sich konsequent abgeschlossen, eine herausragende Stellung in der „Tatort“-Historie ist ihm gewiss.

ARD, Sonntag, 20.15 Uhr