Nachruf

Berliner Schriftstellerin Helga M. Novak gestorben

Die Lyrikerin und Schriftstellerin Helga M. Novak ist tot.

An Heiligabend ist sie im Alter von 78 Jahren in Rüdersdorf bei Berlin einem langen Leiden erlegen, wie der Verlag Schöffling in Frankfurt mitteilte. Für ihr Werk erhielt Novak zahlreiche Auszeichnungen. Darunter sind der Kranichsteiner Literaturpreis, die Roswitha-Gedenkmedaille der Stadt Bad Gandersheim und der Brandenburgische Literaturpreis.

Zuletzt wurde sie 2012 mit dem Drostepreis der Stadt Meersburg geehrt. „Helga M. Novak zählt zu den großen und bedeutenden deutschsprachigen Schriftstellerinnen“, hieß es in der Begründung. Sie habe die deutschsprachige Literatur in den vergangenen 50 Jahren mit einer eigenen und unverwechselbaren Stimme geprägt. „Ihre Gedichte spiegeln politische Ereignisse wider, sind zugleich aber auch ganz persönliche künstlerische Äußerungen, in denen sich das rastlose Leben der Dichterin offenbart.“ In den autobiografischen Romanen „Die Eisheiligen“ (1979) und „Vogel federlos“ (1982) schilderte Novak Kindheit und Jugend im nationalsozialistischen Deutschland und in der frühen DDR. Der dritte Band ihrer autobiografischen Prosa „Im Schwanenhals“ ist erst im September erschienen. Novak, 1935 in Köpenick geboren, studierte Philosophie und Literatur an der Universität Leipzig. 1961 heiratete sie nach Island, vier Jahre später kehrte sie in die DDR zurück. Wegen des Verteilens regimekritischer Texte, die sie selbst vervielfältigt hatte, wurde ihr 1966 die DDR-Staatsbürgerschaft aberkannt.

Danach hielt sie sich erneut in Island auf und übersiedelte 1967 in die Bundesrepublik. „Lange vor Wolf Biermann wird Helga M. Novak aus der DDR ausgewiesen. Staatenlos führt sie ein unstetes Leben, das sie quer durch Europa führt. Ihre Bücher wurden in der DDR nicht veröffentlicht; ihre Gedichte findet man dort nur als Abschrift in den Akten der Staatssicherheit“, heißt es in einer Darstellung des Schöffling-Verlags.