Personalien

München will Vertrag mit umstrittenen Dirigenten einhalten

Die Stadt München hält an dem umstrittenen russischen Dirigenten Valery Gergiev als künftigem Chef der Münchner Philharmoniker fest.

Kulturreferent Hans-Georg Küppers sagte am Rande einer Stadtratssitzung am Mittwoch, er sehe nach Gergievs Klarstellungen „absolut keinen Grund, den Vertrag nicht einzuhalten“. Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) sagte, er halte die „missverständlichen“ und „unglücklichen“ Äußerungen Gergievs „im Wesentlichen für ausgeräumt“. Ude betonte, dass die städtischen Antidiskriminierungsgrundsätze für alle Mitarbeiter verbindlich seien. Dies gelte auch für Gergiev.

Der renommierte Dirigent und Leiter des St. Petersburger Mariinski-Theaters soll 2015 Chefdirigent der Münchner Philharmoniker werden. Er hatte sich am Dienstag von angeblichen Äußerungen gegen Homosexuelle distanziert und den Vorwurf zurückgewiesen, er habe Homosexualität und Pädophilie gleichgesetzt. Auf die Frage, ob man vor Kindern positiv über Homosexualität sprechen solle – was in Russland unter Strafe steht –, antwortete der Stardirigent aber nur, man sollte mit ihnen vor allem über Kultur sprechen – über Puschkin, Mozart und Tschaikowski. Vor einem Konzert Valery Gergievs in der Münchner Philharmonie am Mittwochabend wollten Aktivisten der schwullesbischen Szene gegen die Politik des russischen Präsidenten Wladimir Putin demonstrieren.