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Raubkunst

Der Fall Dix, Beckmann, Nolde und Marc: Rund 1400 Werke prominenter Künstler beschlagnahmte die Staatsanwaltschaft Augsburg schon im Jahr 2012 in der Münchner Wohnung des Kunsthändlersohnes Cornelius Gurlitt. Es dauerte über ein Jahr, bis die Ermittler die Öffentlichkeit informierten.

Der Sohn Cornelius Gurlitt ist der Sohn von Hildebrand Gurlitt. Der Kunsthistoriker und Kunsthändler hatte während des Dritten Reichs in offizieller Mission mit „entarteter Kunst“ gehandelt. Offenbar hatte er seine Position zu dem Zweck ausgenutzt, für seine eigene Sammlung. Nach dem Krieg hatte Gurlitt angegeben, seine Sammlung sei 1945 in den Bombenangriffen auf Dresden zerstört worden.

Die Recherche Die Suche nach NS-Raubkunst in Museen, Bibliotheken und Archiven wird weiter gestärkt. 15 Einrichtungen erhalten insgesamt 1,1 Millionen Euro für neue oder laufende Projekte zum Kunstraub in der Zeit des Nationalsozialismus aus dem Etat von Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU).

Die Erklärung Die Provenienzforschung in den Museen und Sammlungen gewann 1998 mit der Unterzeichnung der Washingtoner Erklärung durch 44 Staaten an enormer Bedeutung. Die Unterzeichnerstaaten, auch Deutschland, haben sich verpflichtet, Kunstwerke, die während der Zeit des Nationalsozialismus beschlagnahmt wurden, in ihren Beständen ausfindig zu machen.

Kein Einzelfall Unter Kunsthistorikern sind solche Fälle wie die Kunstsammlung von Cornelius Gurlitt nicht unbekannt. Die Stadt Nürnberg hat gerade ihre Sammlungen nach NS-Raubkunst durchforstet und ist fündig geworden: bei acht Objekten handelt es sich eindeutig um Raubkunst aus jüdischem Besitz, bei elf weiteren sei die Herkunft nicht geklärt, teilte das Stadtarchiv mit.