Interview

„Ich singe nur noch für gute Freunde“

Teeniestar war gestern. Zac Efron möchte ernst genommen werden

Es ist nicht leicht, der Rolle als Kinderstar zu entwachsen und zum ernstzunehmenden Schauspieler oder Musiker zu reifen. Ex-Disney-Prinzessin Miley Cyrus („Hannah Montana“) versucht es gerade mit provokant-vulgären Auftritten als Popstar. Kollege Zac Efron, Teenieschwarm der „High School Musical“-Filme, geht einen anderen Weg. Im Familiendrama „Um jeden Preis“ gibt er den jugendlichen Rebellen in den Fußstapfen von James Dean und Paul Newman. Thomas Abeltshauser hat den 26-jährigen Schauspieler gesprochen.

Berliner Morgenpost:

In diesem dunklen Designeranzug wirken Sie so erwachsen...

Zac Efron:

Oh, vielen Dank.

Aber ein Detail sticht doch heraus: Ihre Socken mit dem „Monday“-Aufdruck.

Oh, das sieht man? Ich bin schlecht im Kofferpacken. Und habe Socken für jeden Wochentag. So muss ich nicht überlegen, wie viel ich mitnehmen muss. Und so weiß ich, welcher Tag gerade ist.

Ist das seriöse Outfit Teil einer Strategie, das Image des Teeniestars abzustreifen?

Die letzten zwei Jahre waren ein Wandels für mich. Ich muss mich immer noch manchmal kneifen, um sicher zu sein, dass das wirklich alles passiert. Plötzlich spiele ich in Filmen mit, auf die ich auch stolz sein kann und die auf den großen Festivals laufen.

Ihr neuer Film über eine Farmerfamilie, die ums wirtschaftliche Überleben kämpft, erinnert an Filme mit James Dean...

Meine Figur heißt auch nicht umsonst Dean. Ich habe mir aber vor allem Paul Newman als Hud in „Der Wildeste unter Tausend“ angesehen. Dieser Hud will dem Kleinstadtmief entfliehen, er will ein anderes Leben, etwas Besseres, damit konnte ich mich identifizieren.

Weil Sie sich auch gerne so sehen?

Wir haben schon viel gemeinsam. Ich bin auch in einer Kleinstadt aufgewachsen. Der amerikanische Traum, mit dem ich groß wurde, ging so: Sei gut in der Schule, damit du auf ein gutes College kommst, und sieh zu, dass du aus dem Kaff raus kommst! Aber da wo ich groß geworden bin, gab es viele Farmer. Und die meisten meiner Mitschüler sind in der Gegend hängen geblieben.

Ihr Dean im Film will nicht die Farm des Vaters übernehmen, sondern Rennfahrer werden. Was war Ihr Ticket in die Welt?

Auf jeden Fall keine Autos! Bei mir war’s das Theater. Damit habe ich mich identifiziert, ich habe mich reingehängt, weil ich wusste, wenn ich richtig gut bin, katapultiert mich das aus der Kleinstadtenge. Aber natürlich hatte ich nicht den blassesten Schimmer, wozu das alles führen würde.

Das hört sich fast an, als ob Sie es bereuen würden.

Nein, das nicht. Aber es ist eine ständige Achterbahnfahrt, dauernd passiert etwas und ich machte mir damals keine Vorstellung davon, was es heißt, von Hunderten Teenagermädchen verfolgt zu werden. So hatte ich das nicht geplant und so sah es anfangs auch gar nicht aus. Bei meinem ersten Vorsprechen bin ich glatt durchgefallen. Aber verstehen Sie mich nicht falsch, ich finde das immer noch aufregend.

Zumindest auf der Leinwand haben Sie das Singen aufgegeben. Singen Sie privat noch auf Karaokeparties oder unter der Dusche?

Klar! Heute Morgen etwa „Billy Jean“ von Michael Jackson. Manchmal singe ich auch noch vor Publikum, aber nur auf Hochzeiten von Freunden.