Kunstfund

Erben schreiben im Fall Gurlitt an die Staatsanwaltschaft

Die Staatsanwaltschaft Augsburg erhält wegen des Münchner Kunstfundes zahlreiche Anfragen von Nachkommen jüdischer Verfolgter und anderer Anspruchsteller.

„Es ist aber nicht so, dass hier jeden Tag ganze Container mit Briefen herangeschafft werden“, sagte ein Sprecher am Donnerstag. Alle Anfragen würden geprüft und beantwortet. Wenn ein gesuchtes Bild gar nicht in der Sammlung ist, gehe die Bearbeitung schnell. In anderen Fällen seien längere Nachforschungen erforderlich.

Am Mittwoch hatten die Erben des Künstlers Max Ernst schriftlich bei der Staatsanwaltschaft Zugang zu den beschlagnahmten Werken Max Ernsts gefordert, wie der Kölner Anwalt Jürgen Wilhelm am Donnerstag mitteilte.

Mit dem Kunstsammler-Erben Cornelius Gurlitt steht die Staatsanwaltschaft zurzeit nicht in Kontakt. „Wir wüssten aber, wo wir ihn erreichen könnten, wenn wir Kontakt haben wollten“, sagte der Sprecher. Einen Anwalt habe sich der 79-Jährige nicht genommen. „Es ist sein gutes Recht, nichts zu sagen.“ Nach wie vor habe Gurlitt die beschlagnahmten Kunstwerke nicht zurückgefordert. „Vielleicht ist er ja glücklich darüber, dass die Bilder weg sind“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

In Gurlitts Münchner Wohnung waren rund 1400 Bilder beschlagnahmt worden, von denen fast 600 als mögliches NS-Raubgut gelten. Deutschland hat sich mit dem Washingtoner Abkommen verpflichtet, so weit wie möglich zur Wiedergutmachung von NS-Unrecht beizutragen.