Auszeichnung

Prix Goncourt geht an Weltkriegsroman von Pierre Lemaitre

Der wichtigste Literaturpreis Frankreichs, der Prix Goncourt, geht in diesem Jahr an Pierre Lemaitre.

Der 62-Jährige erhielt die Auszeichnung für seinen Roman über die verlorene Generation nach dem Ersten Weltkrieg, wie die Jury in Paris mitteilte. „Au revoir là-haut“ (Auf Wiedersehen da oben) erzählt die Geschichte zweier Veteranen, die nach den Schrecken des Weltkrieges versuchen, sich wieder in das Alltagsleben der französischen Gesellschaft einzufinden.

Die Jury lobte Lemaitre für seinen filmhaften Erzählstil, der das „andauernde Grauen“ der Nachkriegszeit lebendig werden lasse. Für Krimi-Autor Lemaitre ist es das erste Werk, bei dem er sein angestammtes Genre verließ. „Ich bin der glücklichste Mann auf Erden“, sagte der Autor. „Das ist ein einzigartiger Moment in der Karriere eines Schriftstellers.“

Die Vergabe des Goncourt an ein Werk über den Ersten Weltkrieg fällt in eine Zeit, in der in Frankreich wegen der anstehenden Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag des Kriegsbeginns im kommenden Jahr das Interesse an dem Thema besonders hoch ist. Der Prix Goncourt sichert den Autoren wochenlang einen festen Platz in den Bestsellerlisten und sechsstellige Auflagen. Der weniger bekannte Renaudot-Literaturpreis ging an Yann Voix für „Naissance“ (Geburt), ein 1200-Seiten-Werk über die oft schwierigen Beziehungen zwischen Eltern und ihren Kindern.