Ausstellung

Daimler-Sammlung, einmal pfiffig und witzig inszeniert

Was hoppelt denn da? Ein Hase springt durch die Wand.

Sein ausgestopftes Hinterteil ragt neben einem farbintensiven Diptychon aus der einen Seite hervor, während sich seine pelzige Schnauze auf der anderen Seite wieder herausbohrt. Tatsächlich mutet Oli Sihvonens Gemälde farbiger Kreise, das Nic Hess auf diese Weise hintersinnig mit einer Skulptur kommentiert, wie ein Exkurs über Eier-Farbe zu Ostern an – rund und bunt.

Dem Gesamtkunstwerker aus Zürich entgeht nichts. Hess arbeitet assoziativ und intuitiv. Dies mit vielen Anspielungen auf die Kunstgeschichte sowie Querverweisen zu Politik und Alltag. Ein Schelm mit viel Witz und Fantasie, Kenntnis und Talent – Eigenschaften, die in der Kunstwelt nicht eben häufig anzutreffen sind. So hebt sich die Laune angesichts der inspirierten Inszenierung des 45-jährigen Schweizers.

In den verschiedensten Materialien und Techniken realisiert er einen schwungvollen Parcours aus Skulptur, Zeichnung, Materialcollage sowie Wand-Malerei: komplex und schlau, dabei immer unterhaltsam. Man verweilt gern zwischen all den karierten, gestreiften, gepunkteten Leinwänden der amerikanischen Moderne, die der Künstler virtuos in seine Raumcollagen verwoben hat. Renate Wiehager, die Chefin von Daimler Contemporary, dachte sich diesmal etwas Besonderes aus, um den Blick auf Lineares, Geometrisches und Minimalistisches aufzulockern. Sie kuratierte die Arbeiten, überließ deren Inszenierung aber Hess. Ein Glücksgriff, der pfiffige Zeitgenosse vertreibt die gepflegte Langeweile, den die Bestände zuletzt verströmten. Die Ausstellungsräume verwandelt er in eine Explosion der Zeichen. Zentral sind dabei Linien aus Klebebändern. „Die Pop Art war für mich nie bewusst relevant“, sagt er. „Ich verstehe mich als Sprayer. Als jemand, der sich in der Illegalität bewegt. Natürlich ist meine Praxis nicht mehr illegal. Aber das Anarchische daran, mit dem Klebeband irgendwelche Zeichen anzubringen, gefällt mir.“

Daimler Contemporary im Haus Huth, Alte Potsdamer Str. 5, Mitte. Täglich 11-18 Uhr. Bis 16. März