Preisverleihung

ARD und ZDF siegen beim Fernsehpreis

Die öffentlich-rechtlichen Sender haben bei der 15. Verleihung des Deutschen Fernsehpreises bis auf eine Ausnahme sämtliche Preise abgeräumt.

Bei der Gala am Mittwochabend in Köln ging lediglich die Auszeichnung in der Kategorie Beste Show an ProSieben und Sat.1 – für die Tanzreihe „Got to Dance“.

Für sein Lebenswerk wurde Schauspieler Ottfried Fischer (59) geehrt. Susanne Wolff wurde als Beste Schauspielerin prämiert, Matthias Brandt als bester Schauspieler. Wolff, wurde für ihre Leistung im ARD-Drama „Mobbing“ geehrt und sagte bei ihrer Dankesrede: „Mein Herz rast schon seit 3 Uhr heute. Es waren schöne drei Wochen, seitdem ich von der Nominierung weiß.“ Wolff siegte gegen so namhafte Konkurrenz wie Nadja Uhl, Claudia Michelsen, Julia Jäger und Alice Dwyer. Brandt erhielt die Auszeichnung für seine Leistungen in den TV-Filmen „Eine mörderische Entscheidung“, „Verratene Freunde“ und zwei „Polizeiruf 110“-Folgen. Brandt setzte sich gegen Robert Atzorn, Volker Bruch, Tom Schilling, Lars Eidinger und Jan Josef Liefers durch. Brandt sagte, er nehme „einen Preis entgegen, den es eigentlich nicht gibt. In der Reihe dieser Nominierten schon gar nicht.“

Auffällig war der Fernsehpreis, der 1999 erstmals gemeinsam von ARD, ZDF, RTL und Sat.1 vergeben wurde, für das umstrittene ZDF-Format „Auf der Flucht“, in der mehr oder minder Prominente in die Rollen von Flüchtlingen schlüpften. Internationale Hilfsorganisationen hatten die Reihe kritisiert. Zur Wahl in der Kategorie Dokutainment stand das gleichfalls umstrittene RTL-II-Format „Berlin Tag und Nacht“.

Das ARD-Drama „Operation Zucker“ wurde zum besten Fernsehfilm gekrönt. Die Geschichte um die Zwangsprostitution rumänischer Kinder in Deutschland behauptete sich gegen „Der Fall Jakob von Metzler“ (ZDF) und „Der Minister“ (Sat.1). Als Bester Mehrteiler gewann die ZDF-Produktion, „Unsere Mütter, unsere Väter“ gegen den ARD-Zweiteiler „Der Turm“, der leer ausging, und das ZDF-Epos „Das Adlon. Eine Familiensaga“.

Der Preis für sein Lebenswerk ging an Ottfried Fischer – er schockierte das Publikum zunächst mit den Worten: „Ich nehme diesen Preis nicht an.“ Für einen Augenblick herrschte Stille unter den 1300 Gästen im Kölner Coloneum, bis Fischer nachschob: „Eine Pointe!“ Vor fünf Jahren hatte der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki mit dieser Bemerkung die Auszeichnung abgelehnt.