Leihgabe

Jüdisches Museum erhält historischen Tora-Vorhang

Ein historischer Vorhang aus der von den Nazis zerstörten Hamburger Synagoge am Bornplatz kommt in die Sammlung des Jüdischen Museums in Berlin.

Der Vorhang aus dem Jahr 1908 sei das einzige erhaltene Zeugnis aus dem Gotteshaus im Hamburger Grindelviertel, teilte das Museum in Berlin mit. Die Synagoge wurde während des NS-Pogroms von 1938 zerstört. Einigen Berichten zufolge gelangte der Vorhang ins Ghetto Theresienstadt und wurde nach Kriegsende nach Hamburg zurückgebracht.

Der Vorhang wurde zu Ehren des Bankiers Moritz Warburg (1838-1910) zu seinem 70. Geburtstag vom damaligen Vorstand der Synagoge am Bornplatz in Auftrag gegeben. Der rechteckige Vorhang, über zwei Meter groß, aus wie Seide schimmernder Baumwolle weist auf die Benutzung während der hohen jüdischen Festtage hin, zu denen auch das Neujahrsfest Rosch ha-Schana gehört. Das ästhetisch und stilistisch bemerkenswerte Textil ist der einzige bekannte Tora-Vorhang aus der Jugendstil-Epoche. Zusammen mit dem Mendelssohn-Vorhang steht er als außergewöhnliches Studienobjekt jüdischer Sakraltextilien der Forschung zur Verfügung. Die Stadt Hamburg hat die Restaurierung finanziert, die Jüdische Gemeinde der Hansestadt stellt den Vorhang nun als Leihgabe zur Verfügung. Am gestrigen Abend fand im Rahmen des Rosch ha-Schana-Empfangs des Jüdischen Museums eine feierliche Übergabe statt.