Preisverleihung

Mariana C. Deball bekommt Preis der Nationalgalerie

Frida Kahlo kuschelt sich eng an Museumschef Udo Kittelmann.

Der will eigentlich seine Rede halten. Doch Frida, die exzentrische mexikanische Malerin, gesteht ihm, dass er sie fast in „den Wahnsinn treibt“. Kittelmann guckt ihr verdutzt in die Augen, und noch einmal, dreht am Mikro und kann’s irgendwie nicht fassen. Da soll mal einer am Pult nicht aus der Fassung kommen. Frida ist nämlich längst tot, und Franz Dinda spielt Kahlo, wie es charmanter kaum sein könnte.

Der Abend der Verleihung des Preises der Nationalgalerie: Solche Termine haben es an sich, dass viele etwas sagen sollen und wollen. Der Museumschef, der Sponsor BMW, der Kulturstaatsminister, natürlich auch die Vorsitzende des Vereins der Freunde. Auf dass das nicht zu trocken gerät, erhielt Franz Dinda die Carte Blanche für die Moderation dieses Events. Man kennt ihn aus Filmen wie „Die Wolke“ und „Westwind“. Er kann spielen, singen, schreibt in seinem „Reimraum“ in Kreuzberg an Gedichten, ach ja, er hat Humor. So wurde die Preisverleihung zur Show mit herrlichen Szenen. Bernd Neumann traf schlagfertig auf Dalí, dem der Schnauzer fast vom Mund fiel. Neumann nutzte die Zeit, um das Engagement des Förderpreises zu würdigen. Der mit Beiträgen eben nicht nur die Preisvergabe, sondern auch Ankäufe ermöglicht.

Der Preis ging dann an eine Künstlerin, die wie Frida Kahlo aus Mexiko stammt: Mariana Castillo Deball (38). Ihre Boden-Installation zeigt eine historische Landkarte, mit deren Hilfe sich die europäischen Eroberer ein Bild von jenem Land machten, das sie kolonialisieren wollten. Auch ihr Landmann Victor Ramirez hatte Glück, bekam den Preis für junge Filmkunst überreicht. Geld bekommt nur er. Deball darf eins der Häuser der Nationalgalerie mit einer Einzelausstellung bespielen. Gut für Kittelmann. Mit der vom Verein finanzierten Präsentation bekommt er somit eine Schau – ohne dass sein Etat belastet wird.