Preisverleihung

„Metal Hammer Awards“: Ein Abend mit Metallica

Auszeichnungen für Heavy-Metal-Bands in Berlin

Wenn Metallica nach Berlin kommen, dann normalerweise, um ein Konzert zu spielen. Heute aber nicht. Diesmal wird die Band in der Stadt sein, um die fünfte Verleihung der „Metal Hammer Awards“ zu besuchen. Organisiert wird die Preisverleihung von der Fachzeitschrift „Metal Hammer“, dessen Redaktion ebenfalls in Berlin sitzt. In zehn Kategorien zeichnet die Jury, bestehend aus Redakteuren, Musikern und Fans, jeweils eine Band oder einen Musiker aus. Unter anderem werden Awards für das beste Album, die beste Live-Band oder den hoffnungsvollsten Nachwuchs des Jahres vergeben. Die begehrteste Trophäe ist der „Maximum Metal Award“, der an einen Ehrengast vergeben wird.

Heavy Metal ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Eine Preisverleihung wie der „Metal Hammer Award“ ist nur einer von vielen Belegen dafür. Die Charts, lange ein Sperrbezirk für Heavy Metal, wurden erst vor wenigen Wochen von der deutschen Metal-Band Powerwolf erobert. Ihr neues Album stieg direkt nach Veröffentlichung auf Platz 1 der Albumcharts ein. Und über das Wacken Open Air, die weltgrößte Metal-Veranstaltung mit fast hunderttausend Besuchern, berichten jedes Jahr Medien aus aller Welt – von seriöser Tageszeitung bis Boulevard-Fernsehshow. Heavy Metal hat sich vom Nischendasein gelöst.

Im Kesselhaus

Auf dem Wacken Open Air startete auch die Geschichte der „Metal Hammer Awards“. 2009 verlieh das Magazin erstmals Auszeichnungen an Bands und Musiker und nutzte dafür eine der Bühnen des Festivals. Rückblickend ein holpriger Start, wie Zahn heute weiß. „Wir als Team waren damals unerfahren. Zumal ein bisschen der Glamour einer solchen Verleihung verloren geht, wenn nebenan auf einer Bühne ein Techniker die Soundanlage für die nächste Band testet“, sagt Thorsten Zahn, Chefredakteur des „Metal Hammer“. Nach einem weiteren Jahr auf dem Wacken Open Air wurde die Award-Show 2011 erstmals nach Berlin geholt – in das Kesselhaus.

Neben Metallica und Musikern von Motörhead und Nightwish kommt auch Sängerin Doro Pesch vorbei und bringt ihre gute Freundin, Boxweltmeisterin Regina Halmich, mit. Mittlerweile haben sich die „Metal Hammer Awards“ auch zu einem Treffpunkt jener Promis entwickelt, die zwar hauptberuflich keinen Heavy Metal fabrizieren, ihn aber privat gerne hören. Fernsehkoch Stefan Marquard tauscht für den Abend Küche gegen Konzertsaal. Schwimmweltmeister Paul Biedermann richtet sogar seinen Trainingsplan so aus, dass er jedes Jahr zu Gast bei der Preisverleihung sein kann. Die harte Musik begeistert auch ehemalige Top-Model-Anwärterinnen: Tessa Bergmeier („Germany's Next Top Model“) kommt ebenfalls. Ob sie ihre Stöckelschuhe mit ein paar Nieten verziert, wird sich zeigen.

Und was trägt der Chef an diesem Abend? „Ich komme im Anzug. Das ist ein feierlicher Rahmen, da kann man sich auch mal edler kleiden“, so der 41-Jährige. Klar, wenn man sich schon aus dem Nischendasein traut, kann man sich ja auch gleich ein bisschen schick machen.

„Metal Hammer Awards“ Kulturbrauerei, Knaackstraße 97, 21 Uhr. 35 Euro