Kontroverse

Rösler-Interview ohne Antworten sorgt für Ärger über die „taz“

Ein Interview der „tageszeitung“ (taz) mit FDP-Chef Philipp Rösler hat der Redaktion heftige Kritik eingebracht.

Im Netz tobt ein Shitstorm, weil sich große Teile des Interviews mit der Herkunft des Politikers beschäftigen. Auf Facebook spricht die Amadeu Antonio Stiftung von „Alltagsrassismus“.

Das Interview erschien am Dienstag ohne Röslers Antworten. Laut „taz“-Chefredakteurin Ines Pohl hatte die Zeitung bei Rösler ein Interview zum Thema „Hass im Wahlkampf“ angefragt. Das Interview „sollte Teil einer Gesprächsserie sein, das SpitzenpolitikerInnen mit ungewöhnlichen, auch schwierigen Themen konfrontiert“.

Die FDP-Presseabteilung sei einverstanden gewesen, allerdings erschien ihr die Vokabel Hass zu hart. Eine Stunde lang hätten zwei „taz“-Redakteurinnen mit dem Vizekanzler über Koalitionsstreit und Steuerpolitik, aber auch über Hassmails und Rassismus sowie Röslers asiatische Wurzeln gesprochen, heißt es im „taz“-Hausblog. Rösler habe auf alles geantwortet, doch bei der Zusendung zur Autorisierung hieß es seitens der FDP-Pressestelle, das Interview werde nicht freigegeben, weil Rösler sein asiatisches Äußeres im Wahlkampf nicht zum Thema machen wolle.

Nun läuft das Netz Sturm gegen „taz“-Fragen wie „In Niedersachsen (…) wurden Sie häufig als Chinese bezeichnet. Ist das aus Ihrer Sicht Ausdruck von Hass oder Ressentiment?“ oder „Wann haben Sie bewusst wahrgenommen, dass Sie anders aussehen als die meisten Kinder in Deutschland?“ Diese seien rassistisch, so der Tenor. Ein Leser schreibt: „Ihr Interview könnte problemlos auch in einer Zeitung mit rechtem Gedankengut stehen. Das sollte Ihnen zu denken geben.“