Neues Album

Pete Doherty geht auf Tour durch Deutschland

Heute erscheint das dritte Album des Skandalrockers

Das kritische Alter von 27 Jahren hat er längst passiert: Der vermeintliche Skandalrocker Pete Doherty ist mittlerweile 34 und beweist jetzt mit einem neuen Album der Babyshambles seine Mitgliedschaft im Kreis der Lebenden. Kate Moss, Drogen und dieser eine Einbruch in einen Plattenladen in Süddeutschland, der wie ein abgestandener Eintopf immer wieder aufgewärmt wird, auch wenn er schon längst nicht mehr richtig schmeckt: Was viele im ersten Moment mit Pete Doherty assoziieren, wird dem britischen Musiker – der auf das „r“ am Ende seines Vornamens in künstlerischer Freiheit meist verzichtet – selten gerecht.

Schließlich ist der 34-Jährige aus Hexham Gründer und Frontmann der Band Babyshambles. Und die landeten mit Songs wie „Delivery“ aus dem Jahr 2007 große Hits. War doch insbesondere „Delivery“ seinerzeit eine Lieferung, auf die man, seit man sie empfangen hat, nie mehr verzichten möchte im ewigen Kreislauf der Ohrwürmer. Da sie stets zuverlässig gute Laune macht oder zumindest schlechte Laune neutralisiert.

Schrammeliger Rock

Dieser Kreislauf könnte jetzt an Radius und Umfang gewinnen: Am heutigen Freitag erscheint das dritte Album „Sequel to the Prequel“, die Fortsetzung vom Vorangegangenen. Simpel aber wahr, ein Titel, der jedes Album nach einem Debüt bezeichnen kann. 2014 ist die Band um Doherty damit in Deutschland auf Tour – geplant sind Konzerte in Köln, Hamburg und am 28. Januar in Berlin in Huxley’s Neuer Welt. Begleiten werden den Sänger dann wieder der Bassist Drew McConnell, der Gitarrist Mick Whitnall und der Schlagzeuger Danny Goffey, der das neueste Mitglied ist. 2010 stieß er zur um 2004 gegründeten Garage-Punk-Truppe dazu.

Schrammeliger Rock mit ruhigeren Tönen dazwischen sowie der manchmal leicht vernuschelte Gesang von Doherty: Den typischen Babyshambles-Sound bietet auch „Sequel to the Prequel“, ähnlich wie die ersten beiden Platten „Down in Albion“ von 2005 und „Shotter’s Nation“ aus dem Jahr 2007. Unter den zwölf neuen Songs dominieren aber weniger die wilden Rockstücke wie „Fireman“, sondern die poppigeren und teilweise auch ruhigen wie „Nothing Comes to Nothing“, das bereits als Single erschienen ist. Auch „Picture me in a Hospital“ – Dohertys persönlicher Lieblingssong – kommt eher sanft daher.

Kneipentour in Kreuzberg

Experimentierfreudig zeigt sich die Band dennoch: Das Stück „Dr. No“ lässt Reggae-Einflüsse erkennen, während in dem eher leichtfüßigen Titelsong „Sequel to the Prequel“ Streicher zu hören sind. Hier jedenfalls singt Doherty von Frauen, die angeblich immer nur zwei Dinge wollen: Harten Sex und Kämpfen.

Neben seiner Beziehung zu dem Supermodel Moss hatte Doherty hierzulande vor allem durch eine folgenreiche Kneipentour in Berlin-Kreuzberg Schlagzeilen gemacht. 2011 brach er dann betrunken mit einem Schauspieler – als solcher hat er sich in „Confession“ übrigens auch jüngst versucht – in das besagte Regensburger Musikgeschäft ein und klaute eine Gitarre.

Seinem Bad-Boy-Image bleibt Doherty, der inzwischen in Paris wohnt, weiterhin treu. In einem Interview jedenfalls bekannte er vor ein paar Wochen, dass Liebe in seinen Augen keinen Bestand habe. Und genau auf so etwas scheinen die Frauen seiner Ansicht nach zu stehen – zumindest betonte der Sänger ausdrücklich: „Ich bin ihnen gegenüber brutal ehrlich. Aber eigenartigerweise mögen sie das.“

Album Pete Doherty dritte CD „Sequel to the Prequel“ erscheint heute

Konzert 28. Januar 2014 in Huxley’s Neuer Welt