Einigung

Bewegung im „Spiegel“-Streit um Nikolaus Blome

Chefredakteur bietet jetzt Kompromiss an

In den festgefahrenen Streit um den Wechsel des „Bild“-Vizes Nikolaus Blome zum Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ kommt Bewegung. Der künftige „Spiegel“-Chefredakteur Wolfgang Büchner will Blome (49) nicht mehr wie von ihm geplant zum stellvertretenden Chefredakteur machen. Stattdessen soll der bisherige „Bild“-Journalist lediglich Mitglied der Chefredaktion des „Spiegels“ werden. Diese neue Entscheidung von Büchner (47) bestätigte eine Verlagssprecherin. Blome wird künftig das Hauptstadtbüro der Redaktion in Berlin leiten.

Die Miteigentümerin des „Spiegel“, Franziska Augstein, hat den Wechsel des stellvertretenden „Bild“-Chefredakteurs Nikolaus Blome zu dem Nachrichtenmagazin als Skandal bezeichnet. „Die Entscheidung der „Spiegel“-Gesellschafter, an dem Springer-Mann Nikolaus Blome festzuhalten, ist eine Katastrophe. (...) Anlässlich dieses Skandals erlaube ich mir, auf meinen Vater Rudolf Augstein zu verweisen: Er hätte diese Personalie niemals durchgehen lassen“, heißt es in einer der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch vorliegenden Erklärung der Journalistin.

Daran ändere auch der vom künftigen „Spiegel“-Chefredakteur Wolfgang Büchner angebotene Kompromiss nichts, Blome anders als geplant nicht zum stellvertretenden Chefredakteur, sondern nur zum Mitglied der Chefredaktion zu machen, sagte Augstein. „Herr Blome steht für all das, wogegen der Spiegel seit seinem Bestehen eingetreten ist“, schreibt die 48-Jährige in ihrer Erklärung. Ihr Halbbruder Jakob Augstein, der für die „Spiegel“-Erben spricht, hatte sich hingegen für Blome ausgesprochen.

Unterdessen berichtete die „Berliner Zeitung“, dass „Spiegel TV“ zum Jahresende Berlin als Produktionsstandort aufgibt. In der Hauptstadt sollen nur noch sechs Mitarbeiter übrig bleiben, die künftig zu den Kollegen von „Spiegel Online“ ziehen sollen. Insgesamt seien von den aktuellen Kürzungen acht Mitarbeiter in Berlin betroffen, zu Spitzenzeiten hatte „Spiegel TV“ etwa 80 Mitarbeiter.