Rechtsstreit

Suhrkamp: Sachverwalter will Insolvenzverfahren fortsetzen

Gerichtsurteil „hat keine unmittelbaren Konsequenzen“

„Das jüngste Urteil wird keine unmittelbaren Konsequenzen auf das Insolvenzverfahren haben“, sagte Sachverwalter Rolf Rattunde der „Wirtschaftswoche“. Das Landgericht Frankfurt am Main hatte die Familienstiftung von Suhrkamp-Chefin Ulla Unseld-Berkéwicz diese Woche erneut verpflichtet, ihre Gewinnforderungen gegenüber der Suhrkamp Verlag GmbH & Co. KG von rund fünf Millionen Euro bis 2014 aufzuschieben.

Der Suhrkamp-Miteigentümer Hans Barlach sieht nach Angaben aus seinem Verwaltungsrat das Urteil als Signal, das Insolvenzverfahren zu beenden. „Wir haben immer die Auffassung vertreten, dass zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags im Mai keine Insolvenzgründe vorlagen. Das hat das Landgericht Frankfurt unseres Erachtens bestätigt“, hatte Rechtsanwalt Carl Ulrich Mayer, Verwaltungsrat der Barlach gehörenden Schweizer Medienholding AG, gesagt. Barlach ist über diese Gesellschaft mit 39 Prozent am Suhrkamp-Verlag beteiligt. Barlach und Unseld-Berkéwicz, die mit 61 Prozent am Verlag hält, sind seit Jahren in einen juristischen Streit verwickelt. Seit 6. August läuft auf Antrag des Verlags ein Insolvenzverfahren, das zur Umwandlung von Suhrkamp in eine Aktiengesellschaft führen soll. Barlach müsste dabei auf weitreichende Gesellschafterrechte verzichten.