Stummfilme

Alte Klassiker mit neuer Musik bei den Ufa-Filmnächten

Zuletzt hat die Ufa vor dadurch von sich reden gemacht, dass sie den Namen Teamworx aufgegeben hat und alle Firmentöchter künftig unter dem Ufa-Label erfassen will.

Das Logo mit der markanten Raute, das war einmal nicht nur die größte deutsche Filmproduktionsfirma, sondern so etwas wie ein Synonym des deutschen Films überhaupt. Und auch wenn die heutige Ufa überwiegend im Fernsehbereich tätig ist, sehnt sie sich doch der alten Zeiten und dem alten Glanz zurück. Aus diesem Grunde finden in diesem Jahr bereits zum dritten Male die Ufa-Filmnächte statt, in der große Stummfilmklassiker in exklusiven Open-Air-Projektionen mit Live-Musik präsentiert werden. Nach dem Park von Sanssouci 2011 finden die Nächte nun zum zweiten Mal auf dem Schinkelplatz in Mitte, in der noch ziemlich öden Baulandbrache zwischen Friedrichwerderscher Kirche und der Spree statt.

Zwischen Verkehrslärm und Blätterrauschen nehmen sich die alten Klassiker dann noch einmal ganz anders aus. „Siegfried“ etwa, der erste Teil von Fritz Langs monumentaler Nibelungen-Verfilmung von 1924, der heute den Auftakt macht. Warum der zweite nicht auch gezeigt wird, bleibt ein wenig rätselhaft, doch beide Filme hintereinander würden wegen der opulenten Länge jede Nacht sprengen. Beide Filme wurden, frisch restauriert in neuer, viragierter Fassung, vor drei Jahren in der Deutschen Operfeierlich aufgeführt, die ebenfalls rekonstruierte Filmmusik spielte das Filmorchester Babelsberg ein. Die spielen nun auch heute am Schinkelplatz, Joachim Krol führt dazu ein.

Morgen folgt dann einer der großartigsten Berlin-Filme, „Menschen am Sonntag“ von 1930, in dem ein paar Filmnovizen einfach mit der Kamera zu drehen begannen. Und alle wurden sie später zu Hollywood-Größen, von Robert Siodmak über Billy Wilder bis zu Fred Zinnemann. In diesen Film führt Tom Tykwer ein, der fränzösiche Konzept-DJ Raphael Marionneau sampelt dazu Musik. Und am Sonnabend gilt es einen ziemlich vergessenen Film wiederzuentdecken: „Geheimnisse des Orients“, begleitet von dem Berliner Ensemble. Alle Filme starten um 20.30 Uhr.