Konzert

Furioser Paukenschlag im ausverkauften Berliner Konzerthaus

Wer nun beim Staatlichen Jugendorchester aus dem brasilianischen Paolo, zu Gast im ausverkauften Konzerthaus, deutscher oder brasilianischer Herkunft war, ließ sich nicht unterscheiden.

Der große musikalische Apparat war einst als Freundschaftsgeste beim Besuch des Bundespräsidenten in Brasilien gegründet worden und blieb seitdem bei der Stange. Es spielte sich kreuz und quer durch die musikalische Landschaft: bei Verdi mit der Ouvertüre zur „Macht des Schicksals“ beginnend und mit Tschaikowskys Vierter Sinfonie endend.

Doch halt: Traditionsgemäß wurde dem Verdi Iván Fischers eine witzig virtuose Festival-Hymne für Blechbläser vorangestellt, die deutlich machte, auf welcher Instrumentengruppe der künstlerische Schwerpunkt der Orchesterarbeit lag: Das schwere Blech dominierte den Abend, unterstützt dabei durch den Paukenfuror einer phänomenalen Paukenistin, die sich offenbar danach sehnte, ihr Können einmal im Olympiastadion ausstellen zu dürfen. Immerhin aber hatte der schlagkräftige Cláudio Cruz aus seiner brasilianischen Heimat die siebente Bach-Huldigung seines Landsmannes Heitor Villa-Lobos mitgebracht: eine Lustbarkeit für die Ohren.