Verdacht

Pablo Nerudas Leichnam wird auf Gift überprüft

Die sterblichen Überreste des chilenischen Dichters Pablo Neruda werden auf ihre Identität überprüft.

Auf richterliche Anweisung solle eine DNA-Analyse klären, ob es sich bei dem Leichnam wirklich um den 1973 gestorbenen Literaturnobelpreisträger handelt, wie die Tageszeitung „La Tercera“ am Mittwoch berichtete. Ein Richter hatte die sterblichen Überreste Nerudas am 8. April exhumieren lassen, um die Todesumstände zu klären. Offen ist noch immer die Frage, ob der Kommunist Neruda nach dem Militärputsch von Augusto Pinochet möglicherweise in einer Klinik vergiftet wurde. Dass der Dichter an Krebs litt, wurde inzwischen durch Untersuchungen bestätigt. Ob dies jedoch die alleinige Todesursache war, ist noch nicht geklärt. Die Ergebnisse zweier Analysen in Spanien und den USA stehen noch aus.

Der Dichter starb am 23. September 1973 im Alter von 69 Jahren, zwölf Tage nach dem Putsch gegen den gewählten sozialistischen Präsidenten Salvador Allende. Der Poet war ein flammender Unterstützer Allendes und Mitglied der Kommunistischen Partei. Bekannt wurde Neruda durch seine Liebesgedichte und den „Canto General“, ein Gedichtepos über die Geschichte Südamerikas. Nerudas Werke waren unter der Diktatur Pinochets verboten.