Unser Bester: Götz George

Unser Bester

Am Dienstag wird Götz George 75 Jahre alt. Er ist einer unserer größten Stars, aber bis dahin war es ein weiter Weg. Immer wieder haben sich Deutschland und George aneinander abgearbeitet. Ein Schauspielerleben in sieben Stationen

Der Tatort-Kommissar

Ein Mann von hinten. Er kratzt sich am Arsch. Er taumelt durch seine Wohnung, überall leere Bierflaschen und dreckige Töpfe. Wird wohl ein Krimineller sein in dieser „Tatort“-Folge. Aber nein, es ist der neue Kommissar aus Duisburg, der so am 28. Juni 1981 eingeführt wird. Später wird er einen Schmuddel-Parka anziehen. Oft „Scheiße“ sagen. Sich kloppen und verkloppt werden. Und ein Aufschrei geht durch die Nation. So einer soll Polizist sein? Ist das nicht eine Schande für den Berufsstand? Und fürs Fernsehen? Der Horst Schimanski ist ein Befreiungsschlag. Von Filmemachern, die Schluss machen wollten mit dem braven deutschen Biederfernsehen. Und einem Star, der es leid war, immer übersehen zu werden. Die Wut von Schimanski ist auch die von George. So wie der Parka des Kommissars aus dem Schrank des Schauspielers stammt.

Schimanski polarisiert. Aber nun, ausgerechnet mit dieser Figur kommt er nun doch, Georges Durchbruch. Mit knapp 43 Jahren. Der Prollkomissar wird die Rolle seines Lebens. An Schimanski, an George arbeitet sich Deutschland an seinem eigenen Männerbild ab. Er wird auch zum unerreichbaren, zum besten aller „Tatort“- Kommissare. Der einzige übrigens, der auch zwei Kino-Ausflüge und später eine eigene Reihe bekommt. Noch heute, mit 75, zieht sich George den Schimmi-Parka an.