Unser Bester: Götz George

Der Sohn

Schon der Name ist wie eine Verheißung: Götz George wurde nach der Paraderolle seines Vaters, Götz von Berlichingen, benannt. Und weil er am 23. Juli geboren wurde, dem Todestag jenes Berlichingen.

Am 6. Dezember 1945, mit gerade Mal sieben Jahren, sieht der Knabe seinen Vater zum letzten Mal: Heinrich George, den großen Nationalschauspieler. Der sich allerdings mit dem Nazi-Regime arrangiert und in Propagandafilmen mitgespielt hat. Das freilich haben andere auch getan, die schon bald wieder spielen durften. Nicht so Heinrich George. Der sitzt im NKDW-Lager Hohenschönhausen, wohin die Mutter mit dem Knirps an jenem kalten Dezembertag fahren. Der Junge wirft sich ihm in die Arme, sie haben kaum fünf Minuten. Im Juli 1946 wird der Vater nach Sachsenhausen überführt, wo er zwei Monate später, völlig entkräftigt, stirbt. Sein letztes Wort, vom Sanitäter belegt, war „Götz“. Was für ein Erbe! Immer wieder werden ihn andere, wird Götz George selbst sich an seinem Vater messen. Ein überlebensgroßer Schatten. Schon nach seinem Bühnendebüt am Berliner Hebbeltheater im Oktober 1950 fragt er seine Mutter Berta Drews: „War ich so gut wie Heinrich?“