Architektur

Die Kuppel kehrt zurück

Sanierung der Staatsbibliothek dauert vier Jahre länger als geplant

Die Staatsbibliothek hat am Mittwoch das Richtfest für eine neue Kuppel über ihrem Eingangsportal gefeiert. Das markiere den Auftakt zum zweiten großen Bauabschnitt bei der Wiederherstellung des gewaltigen Gebäudes Unter den Linden, sagte der Präsident der verantwortlichen Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger. Die Sanierung soll nach gegenwärtigem Stand bis 2016 dauern – vier Jahre länger als ursprünglich geplant.

Mit der neuen, 35 Meter hohen Kuppel bekommt das monumentale Gebäude im historischen Zentrum Berlins fast 70 Jahre nach Ende des Krieges wieder seine ursprüngliche Silhouette zurück. Die Originalkuppel war 1941 durch eine Bombe zerstört und nicht wieder aufgebaut worden. Mit der Kuppel kehrt nun ein markantes Element der Berliner Dächerlandschaft zurück, das zugleich die Silhouette des 107 x 170 Meter großen Baus am Boulevard Unter den Linden prägt. Die Kuppel wird eine Höhe von etwas mehr als 35 Metern erreichen. Der höchste Punkt des Gebäudes ist mit 36 Metern der gläserne Kubus des neu errichteten Allgemeinen Lesesaals im Zentrum des Gebäudes.

Funktional wird die Kuppel in den Bibliotheksbetrieb eingegliedert und über zwei Etagen als Magazin eingerichtet. Diese Nutzung entspricht auch ihrer historischen Funktion. In einem ersten Bauabschnitt war im März ein Neubau im Innenhof der Anlage mit fünfjähriger Verspätung eröffnet worden. In dem modernen Glaskubus nach einem Entwurf der Architekten HG Merz ist vor allem ein neuer Lesesaal untergebracht. Technische Schwierigkeiten und Pleiten bei den beauftragten Firmen hatten den Bau mehrfach verzögert. Die Kosten für das Gesamtprojekt sind von geplanten 326 Millionen Euro im Jahr 2004 inzwischen auf 406 Millionen Euro gestiegen. Das Geld kommt vom Bund.

Die „Stabi“, die wie die Staatlichen Museen zur Preußen-Stiftung gehört, ist mit 25 Millionen Medien und Objekten die größte wissenschaftliche Universalbibliothek im deutschsprachigen Raum. Zu den größten Schätzen zählen die Partituren von Beethovens 9. Sinfonie, Mozarts „Zauberflöte“ und Bachs Passionen.