Justiz

BGH erwägt neue Vorgaben für Haftung von Auktionshäusern

Auktionshäuser bekommen möglicherweise bald neue Vorgaben zur Haftung für gefälschte Kunstobjekte.

Der Bundesgerichtshof (BGH) ließ in seiner mündlichen Verhandlung am Mittwoch durchblicken, die Haftungsklauseln eines Münchner Auktionshauses für unwirksam erklären zu wollen. Sein Urteil will das Gericht am 9. Oktober verkünden. Das Münchner Auktionshaus haftet seinen Versteigerungsbedingungen zufolge nur für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit. Diese Klausel sei möglicherweise unwirksam, da zu eng gefasst, sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Ball. Denn das Haus wolle selbst dann nicht haften, wenn durch die Folgewirkungen einer Versteigerung Menschen verletzt worden seien.

Der BGH-Senat verhandelte über den Kauf einer angeblich 1400 Jahre alten Buddha-Statue. Ein Sammler hatte das Stück 2009 für rund 20.000 Euro ersteigert. Später stellte sich heraus, dass es eine neuzeitliche Fälschung war. Das Auktionshaus wollte ihm das Geld nicht zurück erstatten und verwies auf seine Vertragsbedingungen. Es sei nicht nachvollziehbar, Auktionshäusern auch die Verantwortung für die Gesundheit der Sammler aufzubürden, sagte der Anwalt des Auktionshauses, Achim Krämer, in Karlsruhe. Denkbar wäre nur, dass ein Sammler wegen einer Fälschung etwa einen Herzinfarkt erleide. „Mit Fälschungen muss man im Versteigerungsgewerbe aber immer rechnen.“