Literatur

Bachmann-Preis: Gute Chancen für Berliner Autorin

Mit Erzählungen über private Tragödien, postapokalyptische Szenarien und einen pubertierenden Jungforscher gingen die Lesungen um den Ingeborg-Bachmann-Preis am Samstag zu Ende.

In dem dreitägigen Wettbewerb in Klagenfurt konnte sich noch kein klarer Favorit durchsetzen. Von der Jury gab es viel Lob, aber auch viel Kritik für die bisher unveröffentlichten Texte der Autoren.

Am Abschlusstag präsentierte Hannah Dübgen in „Schattenlider“ einen Text über eine junge Frau, die ein Kind ohne Augäpfel zu Welt bringt. Mit ihrer Erzählung fiel die deutsche Autorin aber bei der Jury durch. Wesentlich besser kam Roman Ehrlichs „Das kalte Jahr“ an, auch wenn der etwas unheimliche Romanauszug viele Fragen bei der Jury offen ließ. Für den Juror Paul Jandl wurde ein postapokalyptisches Szenario geschildert, bei dem die Welt auf Null gestellt wurde. Autor Benjamin Maack präsentierte die Geschichte eines pubertierenden Käfersammlers.

Gute Chancen werden, so einige österreichische Medien, der ukrainischstämmigen Autorin Katja Petrowskaja zugeschrieben. Ihr Text „Vielleicht Esther“ befasst sich mit einem großen Thema, der Vernichtung der Juden von Kiew durch die Nazis 1941. Großes Lob dafür von den Juroren, auch im Publikum waren die Reaktionen positiv. Die Autorin lebt seit 1999 in Berlin und arbeitet für verschiedene Medien im Bereich Kultur.