Opernhaus

Ein Theater macht dicht: Letzter Vorhang in Wuppertal

Die letzte Protestwelle baut sich lautstark auf. Zuschauer und Schauspieler im Wuppertaler Schauspielhaus skandieren: „Wir wollen Schauspiel!“ Dann ist Schluss.

Nach fast 50 Jahren wurde am Sonntagabend die letzte Vorstellung in dem weißen Gebäude mit dem verglasten Foyer und den lichten Innenhöfen gegeben. Der Niedergang kam schleichend. Die große Bühne ist schon seit 2009 geschlossen. Nur noch mit einer Sondergenehmigung durfte auf einer provisorischen Bühne im Foyer vor etwa 130 Zuschauern gespielt werden. Am Ende des Stücks „Eine Billion Dollar“ verabschiedet Intendant Christian von Treskow jedes Mitglied der Truppe vom Schauspieler bis zum Techniker persönlich. Dann setzt er zu einer verbitterten Rede darüber an, wie die Stadtspitze das Schauspielhaus dem Untergang geweiht habe und auch die Zuschauer das verwahrloste Haus zuletzt gemieden hätten.

Bürger und prominente Schauspieler wie Armin Rohde hatten noch 2010 mit geballten Fäusten in einer bundesweit beachteten Aktion die Rettung des Theaters an der Wupper gefordert. Die Stadt hat das Schauspielhaus in Elberfeld als Kulturopfer gebracht. Für zwei Spielstätten hat die Stadt mit 350.000 Einwohnern kein Geld mehr. Während das Opernhaus für 25 Millionen Euro saniert wurde und weiterhin als Bühne für das weltbekannte Pina Bausch-Tanztheater dient, muss das Schauspielhaus dicht machen.