Film

Sozialdrama aus der Türkei gewinnt Moskauer Filmfestival

Der türkische Film „Zerre“ („Teilchen“) von Regisseur Erdem Tepegöz hat den Hauptpreis des 35. Internationalen Filmfestivals in Moskau gewonnen.

Das gab die Jury unter der Leitung des Exiliraners Mohsen Makhmalbaf in der russischen Hauptstadt bekannt. Der Film schildert den Überlebenskampf in einem Elendsviertel bei Istanbul. Als heimlichen Sieger bezeichneten Festivalbesucher die Tragikomödie „Matterhorn“ des Niederländers Diederik Ebbinge. Der Film über die Außenseiter-Existenz zweier Männer in einem Dorf gewann den Publikumspreis und den Preis der Kritiker. Deutsche Filme waren nicht unter den 16 Wettbewerbern.

„Ich bin froh, dass ich auch außerhalb der Türkei verstanden werde“, sagte Tepegöz bei der Preisverleihung. „Ich glaube, dass Filme die Welt verändern können.“ Experten kritisierten, dass Filme über höchst kontroverse Themen in Russland wie Homosexualität, Kirche oder Drogen erneut vor allem im Nebenprogramm laufen würden.

Festivalpräsident Nikita Michalkow zufolge sahen während des achttägigen Spektakels rund 72.000 Besucher die insgesamt 364 Filme aus 48 Ländern. Cineasten beklagen, dass es noch immer kein repräsentatives Filmtheater gebe. Unter anderem Brad Pitt und Johnny Depp sowie Gérard Depardieu, der kürzlich einen russischen Pass erhalten hatte, reisten diesmal in die Millionenmetropole. Moskau gehört wie Berlin oder Cannes zu den A-Festivals des internationalen Produzentenverbands FIAPF. Das vorwiegend vom Staat finanzierte Kinoereignis wurde 1959 gegründet.