Vielfältiges Angebot

Mit dem Sommer kommen die Festivals

Ob klassisch, volkstümlich, intellektuell oder laut: Die Stadt bietet für jeden Geschmack etwas

Wenn die Theater und Opernhäuser sich in die Spielzeitpause verabschieden, beginnt die Festivalzeit: So war das mal, in den Zeiten, in denen das Berliner Theatertreffen (TT) im Mai das Saisonende einläutete, man sich auf die theaterfreie Sommerpause und damit verbunden auf die neue Saison freute. Aber irgendwie ist es auch schade, wenn die Spielstätten so leer stehen. Deshalb bieten immer mehr Berliner Veranstaltungsorte auch in den Sommermonaten Festivals, Konzerte und Theateraufführungen. Wir haben eine Auswahl zusammengestellt.

Classic Open Air

Zieht man Populäreres vor, ist man wahrscheinlich beim Classic Open Air auf dem Gendarmenmarkt (Mitte) besser aufgehoben. Das Festival vor dem Konzerthaus, wo in diesem Jahr Stars aus Klassik und Pop von Adoro bis zu den Söhnen Mannheims aufspielen, leidet oft unter dem Wetter, im vergangenen Jahr war es besonders schlimm. Einen Hang zum Gewitter kann man statistisch wahrscheinlich nicht feststellen, aber wer dort einmal ein Wolkenbruch-Konzert erlebt hat, erzählt das auch noch Jahre später.

http://www.classicopenair.de vom 4. bis 8. Juli, die Preise liegen, je nach Veranstaltung, zwischen 29,50 und 89,50 Euro. Ticket-Hotline: 01806/ 999 000 606 (gebührenpflichtig)

Haus der Kulturen der Welt

Offensiv stellt sich das Haus der Kulturen der Welt dem Wetter, es nennt das Sommer-Festival gleich „Wassermusik“ und hat doch einen Joker in der Hinterhand. In diesem, dem sechsten Jahr, geht der Blick in den pazifischen Raum, mit Pop-Künstlern wie Robert Forster aus Australien, den Meridian Brothers sowie Canalón de Timbiqui aus Kolumbien, den Cumbia All Stars aus Peru sowie Musikern aus Mexiko, China, Japan, Kolumbien, Chile, Indonesien und Hawaii. Sollte das Wasser während der Konzerte unerwünschter Weise von oben kommen, kann man in die benachbarte Kongresshalle (John-Foster-Dulles-Allee 10, Tiergarten) ziehen.

www.hkw.de, die Veranstaltung geht noch bis zum 11.8. die Karten kosten zwischen zehn und 15 Euro, Tickets sind über das Internet oder an der Abendkasse zu erwerben

Amphitheater im Monbijoupark

Das Team vom Theater Hexenkessel muss das Wetter so nehmen, wie es kommt. Die Truppe bespielt bis Ende August das Amphitheater im Monbijoupark (Mitte). Hier fiel schon manche Vorstellung ins Wasser, musste abgesagt werden, weil die Unfallgefahr für die Darsteller bei rutschigem Untergrund zu groß ist. In diesem Jahr es dort Volkstheater pur mit Komödienklassikern wie Ben Johnsons „Volpone“ oder Molières „Amphitryon“.

www.amphitheater-berlin.de , vom 24. Juni bis zum 31. August, die Karten kosten, je nach Wochentag, zwischen 13 und 19 Euro, Kartentelefon: 288866999

Hans Otto Theater

Auch das Potsdamer Hans Otto Theater bietet noch bis zur Spielzeitpause Sommer-Open-Air: Bis zum 30. Juni wird Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“ im denkmalgeschützten Gasometer gezeigt, die Spielzeitstätte liegt neben dem Neuen Theater auf dem Kulturareal Schiffbauergasse.

www.hansottotheater.de , bis zum 30. Juni, Preis an der Abendkasse: 28 Euro, 0331/98118

Citadel Music Festival

Ein besonderer Veranstaltungsort ist auch die Zitadelle Spandau (Am Juliusturm 64, Spandau): Das Citadel Music Festival lockt mit Top-Acts wie ZZ Top am 1. Juli, Patti Smith am 2. Juli, Paul van Dyk am 6. Juli. Iggy Pop & The Stooges werden ihr einziges Deutschland-Konzert am 6. August geben, The B-52s werden für den 21. August erwartet, zwei Tage später tritt Jamie Cullum auf.

http://citadel-music-festival.de , die Veranstaltungen gehen noch bis zum 30. August, die Preise sind unterschiedlich; Silly kostet zum Beispiel 33,05 Euro und Iggy Pop 48,25 Euro. Tickethotline: 780 99 810

18. Köpenicker Blues & Jazzfestival

Im vergangenen Jahr hatte man sich in Köpenick schon etwas besonderes einfallen lassen: Marianne Faithfull kam in die Stadt. Das war schon ein ziemlicher Coup, der Wolfgang Pinzl da gelungen war. Der Köpenicker Ratskeller-Wirt und passionierte Jazzfan hat auch dieses Mal wieder publikumsträchtige Gäste gefunden. So werden bei dem Festival, das am kommenden Freitag eröffnet, so unterschiedliche Künstler wie Manfred Krug, John Lee Hooker Jr. oder Inga Rumpf auftreten.

http://jazz-in-town-berlin.de , vom 28. Juni bis zum 1. September, Preise sind unterschiedlich, je nach Gast. So kostet Manfred Krug zwischen 34,80 bis 48,80 Euro. Telefonische Bestellung ist nicht möglich, entweder über das Internet oder direkt im Ratskeller Köpenick (Alt Köpenick 21, 12555 Berlin) abholen. Es geht auch postalisch, doch auch dafür muss der Besucher erst ins Internet.

Young Euro Classic

Wer es klassisch mag, aber dem Wetter nicht traut, geht in diesem Sommer ins Konzerthaus (Gendarmenmarkt, Mitte). Dort startet am 26. Juli die 14. Ausgabe des Young Euro Classic-Festivals, das die Grenzen Europas längst hinter sich gelassen hat. Zum Auftakt spielt das Jugendorchester der Nationalen Universität Mexikos.

www.young-euro-classic.de , vom 26.7. bis 11.8.2013, alle Karten 16 Euro, Gendarmenmarkt, Mitte, 84108909

Foreign Affairs

„Foreign Affairs“, veranstaltet von den Berliner Festspielen, wurde vom Herbst in den Sommer verlegt. Es startet an diesem Donnerstag mit der belgischen Star-Choreografin Anne Teresa De Keersmaeker im Haus der Berliner Festspiele. Bis zum 14. Juli sind bei der zweiten Ausgabe des Festivals für Theater und performative Kunst 17 Stücke und 14 Projekte zu sehen. Neben weiteren internationalen Stars wie William Forsythe sind auch zahlreiche Entdeckungen zu machen, abgerundet wird das Ganze durch Porträts und Werkschwerpunkte. „Unser Verständnis von performativen Künsten bedeutet auch eine konsequente Öffnung zu anderen Medien. Deswegen gibt es in ,Foreign Affairs‘ auch Musik und Bildende Kunst – nicht als Rahmenprogramm, sondern als eigenständige und ebenbürtige Programmschiene“, betont Matthias von Hartz, der künstlerische Leiter des Festivals.

Zur Eröffnung stellt De Keersmaeker gemeinsam mit dem französischen Tänzer Boris Charmatz ihre Choreografie „Partita 2“ nach Johann Sebastian Bachs berühmtem Solostück als deutsche Erstaufführung vor.

Einen Programmschwerpunkt mit insgesamt fünf Projekten gestaltet der Tänzer und Choreograf William Forsythe, unter anderem mit der monumentalen Installation „White Bouncy Castle“. Die Projekte sollten eine Ahnung davon vermitteln, wie einzigartig die Arbeit der Forsythe Company sei, so von Hartz.

www.berlinerfestspiele.de , vom 27.6 bis zum 14. Juli, Ticketpreise, je nach Bühne, im Haus der Berliner Festpiele oder im Hau zwischen elf und 35 Euro, Ticketbestellung: 254 89100