Ausstellung

Berliner Schloss: Eine Frage der Präsentation

Das Humboldt Lab diskutiert die Darstellung der Sammlung

Das Schloss kommt. Daran ist nicht mehr zu rütteln, auch wenn es sich Humboldt-Forum nennt. Mit der Grundsteinlegung am vergangenen Mittwoch nimmt die Kubatur der Preußenresidenz wieder Form an. Außen historistisch, soll es innen modern zugehen. Nach dem Willen des Humboldt Lab Dahlem sogar zukunftsweisend.

Seit Anfang des Jahres machen sich das Ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst darüber Gedanken, wie sie ihre Sammlungen zeigen wollen, wenn der alte Standort geschlossen wird und sie sich im Zentrum der Aufmerksamkeit in der Stadtmitte präsentieren müssen. Dafür wurde nun ein experimentelles Ausstellungsprojekt initiiert, das als „Probebühne 2“ in die nächste Runde geht. Exotisches Kunsthandwerk oder obskure Kultobjekte wirken im Museum oft leblos, weil sie in Vitrinen eingesperrt oder auf Trockenbausockel verbannt werden. So steht auch der Thron des chinesischen Kaisers Kangxi aus dem 18. Jahrhundert mit seinem kostbar geschmückten Paravent momentan neben Möbeln, Zeichnungen und der zeitgenössischen Installation eines Teehauses von Ai Weiwei etwas verloren in der asiatischen Abteilung.

An diesem Thron kristallisiert sich nun die Frage: Wie können wir historische Kunstgegenstände präsentieren? „Im Humboldt-Forum wollen wir unsere Objekte viel mehr in Kontexte stellen, als wir es bis jetzt getan haben.“, erklärt Klaas Ruitenbeek, der Direktor des Museums für Asiatische Kunst. „Und da kam uns der Gedanke für dieses Prachtstück einen Palastkontext zu kreieren.“ Von der ersten, konservativen Idee, im Humboldt-Forum die pseudorealistische Imitation eines Kaiserpalastes zu rekonstruieren, hat sich Ruitenbeek schnell wieder entfernt. „Berlin ist schließlich das Zentrum der zeitgenössischen Kunst, also wollten wir auch den Ansprüchen der Gegenwart genügen.“ Mit Angela Rosenberg fand man eine Kuratorin, die diesem Vorhaben nun in dem Projekt „Spiel der Throne“ Gestalt verliehen hat. Sie fragt sich nicht nur, wie man historische Artefakte inszenieren könne, sondern wie sich der Blick auf sie verändern ließe. Zu sehen sind der Chinese Zhao Zhao, die dänische Künstlerin Kirstine Roepstorff, Designer Konstantin Grcic und Simon Starling. „Die vier Künstler lassen ihre subjektive Perspektive einfließen,“ sagt Rosenberg, „teilweise auch sehr radikal.“

„Probebühne 2 – Spiel der Throne“, bis 27. Oktober, Di.–Fr. 10–18 Uhr, Sa.–So. 11–18 Uhr, Humboldt Lab Dahlem, Lansstr. 8, Eröffnung: 16. Juni, 11.30