Fernsehen

Jetzt verlässt auch noch Joachim Król den „Tatort“

„Nina fehlt mir“, begründet der Star seinen Abgang

Was ist nur mit dem Frankfurter „Tatort“ los? Da hat der Hessische Rundfunk (HR) erst eins der spannendsten Kommissar-Duos seit Schimanski und Tanner ersonnen, und dann springen beide Kommissare vorzeitig und viel zu früh wieder ab. Als erste hat Nina Kunzendorf im Oktober ihren Abgang bekannt gemacht – ohne bis heute zu verraten, welche Beweggründe sie dazu getrieben haben. Joachim Król, plötzlich ohne Partnerin, hat dann erst einmal einen „Tatort“ im Alleingang gedreht, „Der Eskimo“, der im Herbst ausgestrahlt werden soll. Dann die Meldung im April: Er wird mit Margarita Broich eine neue Partnerin bekommen. Und jetzt steht plötzlich Frau Broich solo da. Król schmeißt ebenfalls hin.

Der 54-Jährige wird im November noch seinen letzten, insgesamt siebten Fall drehen, auch den noch solo, ohne Kollegin. Aber dann ist Schluss. Im Gegensatz zu Nina Kunzendorf verrät er zumindest ansatzweise, was der Antrieb ist, aber auch das ist an Kürze kaum zu unterbieten: „Nina fehlt mir“, wie seine Agentur verlauten ließ. Mehr will er dazu nicht äußern. Soviel immerhin: „Die Redaktion wird sicher wieder etwas tolles Neues auf die Beine stellen. Ich will da niemandem im Weg stehen. Ein klarer Schnitt scheint mir sinnvoll.“

Die Hintergründe zum Frankfurter „Tatort“ sind damit schon genauso spannend wie ein Krimi selbst. Mit dem kleinen Unterschied, dass man am Ende nicht erfährt, welche Motive die Täter, in diesem Fall die Abgänger, getrieben haben. Immerhin: In der wilden Kaffeesatzleserei verstieg man sich schon zur These, dass Król und Kunzendorf sich möglicherweise nicht so gut leiden konnten, dass ihr Verhältnis ähnlich ausgesehen haben könnte wie das ihrer Kommissare Conny Mey und Frank Steier, wo der Mann ewig schlecht gelaunt grantelte und die Frau ironisch zurückschlug. Dass Król erst mal alleine weitermachte, schien diese These zu unterstreichen. Und nun diese späte Solidaritätserklärung an Frau Kunzendorf.

Derzeit probt Król, nicht unpassend, am Staatstheater Stuttgart, „Szenen einer Ehe“ nach Ingmar Bergman. Wie eine Quasi-Ehe war ja auch dieses spannende Verhältnis zwischen dem alten Knaben und seiner jungen Assistentin. Und vielleicht macht es dieser Mann ja mal richtig, sich nach der Trennung nicht gleich an die Nächste ranzuschmeißen. Frau Broich, mit 53 dieselbe Altersstufe wie Król, steht jetzt erst mal alleine da. Mit ihr sind ab Frühjahr nächsten Jahres zunächst zwei Folgen geplant. Und jetzt muss der HR schon wieder auf Partnersuche gehen.