Gerechtigkeit

Raubkunst: Israel gibt Gemälde von Liebermann zurück

Das Israel-Museum in Jerusalem hat ein von den Nazis geraubtes Gemälde des deutsch-jüdischen Künstlers Max Liebermann an Erben des ursprünglichen Besitzers zurückgegeben.

Für eine nicht genannte Summe habe das Museum das Werk dann wieder für seine Sammlung zurückgekauft, teilte eine Sprecherin gestern mit.

Das 1923 entstandene Bild „Garten in Wannsee“ von Liebermann (1847-1935) gilt als klassisches Beispiel seiner impressionistischen Kunst. Die Nationalsozialisten hätten es 1941 zusammen mit anderen Werken dem Kunsthändler Max Cassirer in Berlin weggenommen, teilte das Museum mit. Nach dem Krieg sei das Gemälde an die jüdische Restitutionsnachfolger-Organisation JRSO und von dieser später an das Israel-Museum übergeben worden. Der Erbe von Cassirer habe es im vergangenen Jahr identifiziert und zurückgefordert.

Der Erbe, der in Europa lebe, bleibe auf eigenen Wunsch anonym. Die Identifikation sei nur mithilfe eines alten Fotos aus dem Haus von Max Cassirer in Berlin gelungen, auf dem der „Garten in Wannsee“ zu sehen war. Das Israel-Museum hat bereits mehrere Raubkunst-Gemälde zurückgegeben, darunter auch Liebermanns Bild „Die Rückkehr des Tobias“.