Kunst

Lifting für Caspar David Friedrich

Die zwei berühmten Bilder „Mönch am Meer“ und „Abtei im Eichwald“ werden restauriert

Düster hängen die Wolken am Firmament. Caspar David Friedrichs „Mönch am Meer“ steht vor einem mehr grauen als blauen Himmel und dunkler See. Viele Retuschen und Übermalungen sind erkennbar, die weißen Möwen, die den Eremiten umschwirren, verblasst. Erst einmal, vor rund 100 Jahren, wurde das Gemälde restauriert. Nun kommt die Ikone der deutschen Romantik und ihr Pendant, die „Abtei im Eichwald“, beides Highlights der Alten Nationalgalerie, zum zweiten Mal unters Messer.

„Wir gehen davon aus, dass das Projekt ungefähr ein Jahr dauert“, so Michael Eissenhauer, Generaldirektor der Staatlichen Museen, der die Verjüngungskur für den Promi-Mönch zusammen mit der leitenden Restauratorin, Kristina Mösl, und den Chefs der Nationalgalerie vor Ort ankündigte. Ohne Rahmen, schmucklos auf zwei Staffeleien präsentiert, wurde die Notwendigkeit der Konservierungs-Maßnahme, die durch die Alfred Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung ermöglicht wird, deutlich ersichtlich.

Das 1808 bis 1810 entstandene Bilderpaar, an dem Friedrich ganze zwei Jahre lang arbeitete, weist großflächige, verfärbte Retuschen und Veränderungen auf, die der Laie für Nebelschwaden hält. Zudem stark vergilbte Firnisschichten sowie Transportschäden. Auch wurde es sehr komplex in dünnen, lasierenden Farbschichten auf sehr feine, vorgrundierte Leinwände gemalt. Keine leichte Aufgabe, solch sensible Prominenz zu liften!

„Das Kolorit wird sich aufhellen“, sagt Kristina Mösl, „aber wir werden kein Seeungeheuer finden.“ Natürlich wird behutsam vorgegangen, der letzte Gelbschleier keinem Hellblau weichen, wie es Friedrichs „Eichbaum im Schnee“ (1829) umgibt. Der strahlt im Romantiker-Saal wie frisch poliert von der Wand. Was man indes weiß, ist, dass der Mönch zunächst von Schiffen umgeben konzipiert war. Noch bis zum 14. Juli ist das Seestück dort zu bewundern. Dann wird die Patina abgekratzt und der alte Charme des Mönchs hoffentlich erhalten bleiben. Erst wieder im April 2014 wird das Bilderpaar in die Alte Nationalgalerie zurückkehren.