Berliner Philharmoniker

Simon Rattle: „Eigentlich bleibt mir zu wenig Zeit in Berlin“

Simon Rattle hat kürzlich erklärt, dass er seinen Chefdirigentenvertrag nicht über 2018 hinaus verlängern wird.

Seither wird über den Nachfolger spekuliert. Die Berliner Philharmoniker wollen voraussichtlich zum Ende der Spielzeit 2014/15 den Namen bekannt geben, sagte Orchestervorstand Stefan Dohr am Montag auf der Jahrespressekonferenz. Noch wird über das Prozedere der Wahl diskutiert und werden die Namen potenzieller Kandidaten ins Spiel gebracht. Erst danach würden die Orchestermusiker abstimmen. Simon Rattle sagte gestern, er blicke mit Enthusiasmus auf die kommenden Jahre in Berlin. „Wir haben noch viel gemeinsam vor.“ Und fügte lächelnd hinzu, eigentlich sei es viel zu wenig Zeit.

In der Spielzeit 2013/14 will das Orchester den 50. Geburtstag der Berliner Philharmonie groß feiern. Mit Werken mit bis zu mehreren hundert ausführenden Musikern werden die Philharmoniker an die Eröffnung des Scharoun-Baus am 15. Oktober 1963 durch Herbert von Karajan erinnern. „Wir wollen dabei den Raumklang des Saales ausloten“, sagte Rattle. Es beginnt mit der Matthäus-Passion in der halbszenischen Regie von Peter Sellars. 2014 folgt dann die Johannes-Passion.

Zum Jubiläum dreht der Regisseur Wim Wenders in Zusammenarbeit mit dem Kulturkanal Arte eine 3D-Dokumentation über die Philharmonie, wie Intendant Martin Hoffmann ankündigte. Insgesamt plant das Orchester in der nächsten Saison 87 Konzerte in der Philharmonie sowie 28 Auftritte auf Konzertreisen, unter anderem nach Asien und Paris. In Berlin, auf dem Platz zwischen Philharmonie und Neuer Nationalgalerie, wird es im Juni 2014 erstmals eine philharmonische Open-air-Bühne geben. Aufgeführt wird Orffs „Carmina Burana“. Artist in Residence wird der Münchner Bariton Christian Gerhaher. Und Bestsellerautor Ferdinand von Schirach hält im Februar ein musikalisch umrahmtes Plädoyer zu den „Ursachen des Bösen“.