Bühne

„Breiviks Erklärung“ sorgt bei Festival in München für Ärger

Am Freitag fällt der Startschuss für das Nachwuchs-Theaterfestival „Radikal jung“ in München.

Insgesamt stehen in diesem Jahr zehn Inszenierungen auf dem Programm, die die Jury aus Festivalleiter Kilian Engels, dem Theaterkritiker C. Bernd Sucher und der Schauspielerin Annette Paulmann aus 40 Vorschlägen ausgesucht haben. Darunter ist auch Milo Raus umstrittenes Stück „Breiviks Erklärung“ über den norwegischen Massenmörder. Darum gab es schon im Vorfeld Ärger. Ursprünglich sollte das Stück im Haus der Kunst aufgeführt werden, das Museum zog aber vor der Unterzeichnung des Mietvertrages die Reißleine. „Wir haben eine Klausel im Mietvertrag, die rechtsradikale und antisemitische Inhalte ausschließt. Das umfasst auch Verharmlosung und Satire“, begründete das die Sprecherin des Hauses. Die Inszenierung soll nun im Münchner Stadtmuseum gezeigt werden. In Raus Stück, das in Berlin im Theaterdiscounter gezeigt wurde, liest die deutsch-türkische Schauspielerin Sascha Ö. Soydan die krude Rede, mit der Breivik vor dem Osloer Gericht seine 77 Morde rechtfertigen wollte. Er bekundete darin seine Verbundenheit zu Al-Kaida und zur deutschen NSU und skizziert seine Theorie des Untergangs Europas durch Einwanderung und Multikulturalismus.