Theater

„Foreign Affairs“ lädt zum Bühnenmarathon mit Barbecue

Daumen hoch oder Daumen runter: Das Nature Theater of Oklahoma hat bei seinem ersten Auftritt vor einigen Jahren in Berlin das Publikum polarisiert.

Die ersten zwei des auf zehn Teile angelegten „Life and Times“-Mammutprojekts liefen beim Theatertreffen, mittlerweile ist die Truppe aus New York bei der Episode 6 angekommen. Und weil momentan vielstündige Bühnenspiele mit Happening-Charakter schwer angesagt sind, bietet das Festival „Foreign Affairs“ einen „Life and Times“-Marathon in zwei Versionen: 780 Minuten (Episode 1-5) oder das vorläufig komplette Werk mit einer Aufführungsdauer von 900 Minuten, fünf Pausen und American Barbecue inklusive. Sowohl die 13- als auch die 15-stündige Version starten am 7. beziehungsweise 12. Juli um 14 Uhr im Theater Hebbel am Ufer 1. Die ersten vier Episoden gibt es mit englischen und deutschen Übertiteln.

„Kannst du mir die Geschichte deines Lebens erzählen?“, diese Frage stand am Anfang des Projekts. Das Libretto basiert auf der wortwörtlichen Transkription von 16 Stunden aufgenommener Telefongespräche, in denen ein Mitglied der Truppe ihre Lebensgeschichte erzählt, inklusive aller Abschweifungen, Pausen, Korrekturen und Füllwörter. Der Clou der theatralischen Umsetzung liegt darin, dass das Genre in den einzelnen Episoden wechselt, es reicht vom Musical über einen Krimi bis zur Radioshow.

„Den Begriff des Theaters produktiv erweitern“, das soll laut Festspiele-Intendant Thomas Oberender das dreiwöchige, internationale Festival, das vom Herbst in den Sommer (27. Juni bis 14. Juli) verlegt wurde. Neu ist ein Musikprogramm, weitere Schwerpunkte sind dem Tänzer und Choreografen William Forsythe und den „Phänomen der Wette in Ökonomie und Gesellschaft“ gewidmet: Das entsprechende Performance-Wochenende am 12. und 13. Juli findet im Festspielhaus und in den Kunstwerken unter dem Titel „Eine Untersuchung über Zweifel, Kontingenz und Sinn in Ökonomie und Gesellschaft“ statt. Das klingt spaßfrei, aber das Festival „bietet auch was zum Lachen“, versicherte der neue Foreign-Affairs-Leiter Matthias von Hartz.