Dementi

Entlassener KiKa-Chef Kottkamp wehrt sich im Betrugsskandal

Der Betrugsskandal beim Kinderkanal (KiKa) nimmt kein Ende.

Nachdem Programmgeschäftsführer Steffen Kottkamp im Dezember zunächst beurlaubt wurde, erklärte MDR-Intendantin Karola Wille Mitte März, dass man sich nun endgültig von ihm getrennt habe. Nun meldet sich der Geschasste im Nachrichtenmagazin „Spiegel“ zu Wort und erhebt Vorwürfe gegen den MDR. Demnach konfrontiert Kottkamp in einem Brief an die Intendanten von MDR und ZDF, beide verantwortlich für den KiKa, mit schweren Vorwürfen. So sei es jahrelang gängige Praxis gewesen, dass eine KiKa-Stelle für die Buchhaltung für die MDR-Programmdirektion zweckentfremdet wurde. „Konkret hat der MDR hier über ein Jahrzehnt lang auf Kosten des Kika-Budgets eine Mitarbeiterin unrechtmäßig beschäftigt“, sagt Kottkamp. Was jedoch viel schwerer wiege sei die Tatsache, dass dadurch „ein effektives Controlling und die Möglichkeit auf Aufdeckung der kriminellen Machenschaften aktiv unterbunden“ worden sei.

Ein Sprecher des MDR bestätigte, dass die Stelle über Jahre für KiKa und MDR verwendet worden sei. Dies wurde aber noch vor dem Bekanntwerden des Betrugsskandals entdeckt und abgeschaltet. Kottkamp sagt dagegen, die Stelle sei erst nach der Selbstanzeige eines Produzenten umgewidmet worden. Der KiKa-Skandal zieht sich schon über mehrere Jahre. 2010 suspendierte der Sender erstmals einen Mitarbeiter. Danach wurde deutlich, dass dem KiKa mehrere Millionen Euro Schaden entstanden sind. 2011 wurde der ehemalige Herstellungsleiter zu fünf Jahren Haft verurteilt, ein Jahr später wurde es sogar auf sechs Jahre erhöht.