Ich lese gerade

Berliner Buchhändler empfehlen

Heinz J. Ostermann (55), Buchhandlung Leporello, Krokusstr. 91, Rudow: Linus Reichlin hat mit „Das Leuchten in der Ferne“ keinen klassischen Afghanistan-Roman geschrieben, sondern wirft einen Blick auf wenig bekannte Seiten des Krieges und des Landes. Es beginnt in Berlin, als der abgehalfterte Kriegsreporter Moritz Martens zufällig auf die junge Miriam Khalili trifft, deren Vater einst aus Afghanistan geflohen ist. Sie berichtet Moritz von einer jungen Frau, die als Mann verkleidet mit einer Gruppe Taliban durch die Berge zieht, und bereit ist zu einem Interview für Tausende Dollars, mit denen sie aussteigen und entkommen will. Moritz fliegt nach Afghanistan. Miriam begleitet ihn, angeblich um Fotos zu machen. Bald schon merkt er, dass etwas nicht stimmt. Kurz darauf ist er selbst in den Händen der Taliban. Eine spannende Geschichte mit einem ambivalenten Helden. Neben dem Einblick in die harte Welt der Taliban wird es sehr orientalisch, wenn es um Miriams Familie geht. Dann wird man in eine andere Welt entführt.

Linus Reichlin: Das Leuchten in der Ferne, Galiani Verlag, 320 Seiten, 19,99 Euro.