Klassik

Philharmoniker: Neues Zuhause in Baden-Baden

Die Berliner Philharmoniker wollen bei ihren nächsten Osterfestspielen in Baden-Baden ihr Angebot ausweiten.

Geplant sind vier szenische Aufführungen, eine mehr als bei der Premiere in diesem Jahr, sagte Chefdirigent Sir Simon Rattle in Baden-Baden. Die beiden Hauptstücke sind die Puccini-Oper „Manon Lescaut“ mit Eva-Maria Westbroek in der Titelrolle sowie Bachs „Johannes-Passion“, inszeniert von Regisseur Peter Sellars. Als Zwischenbilanz der ersten Festspiele in der Kurstadt sagte Rattle: „Wir sind ungeheuer freundlich aufgenommen worden. Wir haben hier ein neues Zuhause gefunden.“ Die Osterfestspiele enden am 1. April.

Die Philharmoniker hatten über Jahrzehnte in Salzburg gespielt, die Zusammenarbeit aber wegen fehlender Entwicklungsmöglichkeiten aufgekündigt. „Hier können wir viel mehr umsetzen als an anderen Orten, wo wir bislang gespielt haben“, sagte Rattle. Ein großer Vorteil in Baden-Baden sei etwa, dass die Oper, deren Begleitung für die Musiker ungewohnt sei, viermal gespielt werde. „In Salzburg gab es eine Aufführung zu Beginn und eine zum Ende. Das hieß: Man war bei der Premiere nervös und spielte sich langsam frei – und nach elf Tagen hatte man alles wieder vergessen.“ In Baden-Baden könne das Orchester gemeinsam mit dem Ensemble das Stück entwickeln.

Für die nächste Auflage der Festspiele hat Intendant Andreas Mölich-Zebhauser prominente Unterstützung gefunden. Die Oper „Manon Lescaut“ entsteht in Koproduktion mit der Metropolitan Opera New York, wo sie voraussichtlich 2016 gezeigt wird. Zudem verpflichtete er Zubin Mehta als Gastdirigenten. Er wird gemeinsam mit dem Pianisten Yefim Bronfman unter anderem Ludwig van Beethovens Klavierkonzert Nr. 5 interpretieren. Geplant sind Aufführungen mit Geigerin Anne-Sophie Mutter und der Cellistin Sol Gabetta, die erstmals mit den Philharmonikern zusammenspielen wird. Ihr Programm sieht neben Wagner auch das modernere Stück „Atmosphères“ von György Ligeti vor.